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Placebo - Battle For The Sun

PLACEBO

Battle For The Sun
VÖ: 05. Juni 2009
Label:
Pias
Autor: Katrin Reichwein

Neues Label, neuer Drummer, neues Album, neuer Sound. Placebo legen mit "Battle For The Sun" ihr sechstes Studiowerk vor, dessen dreizehn Songs dem 'ziemlich dunkeln' "Meds" ein Konglomerat bunter, 'farbenfroher' Stücke diametral entgegensetzen. Auf der Suche nach der positiven Energie der Sonne frönen Placebo einem bis dato nie da gewesenen Optimismus, der sich in der Intonierung einer neuen Fröhlichkeit niederschlägt. Das Trio hat zwar keine 180°-Wende beschritten, doch es scheint als hätten Placebo eine Verjüngungskur durchlaufen.

Vor allem die personelle Veränderung am Schlagzeug ist deutlich zu hören: Steve Forrests Punkrock-Wurzeln verleihen "Battle For The Sun" eine Frische und Kraft, die im Kosmos Placebo bisher unter den Teppich gekehrt wurde. Dort, wo der ehemalige Mann am Schlagzeug, Steve Hewitt, den Songs jedoch Platz zur Entfaltung ließ, sein Spiel in den Hintergrund stellte, drischt der Neue ungestüm auf die Bassdrum. Dem neuen Druck fällt dabei die düstere Melancholie zum Opfer, die einst im Mittelpunkt des Schaffens von Placebo stand. Die fragilen Balladen sucht man auf "Battle For The Sun" vergebens. Einzig das zurückgenommene, aber leider zum Bonus-Track degradierte Piano-Stück "The Movie On Your Eyelids" vermag an die alten Glanzzeiten anzuknüpfen.

Die Briten widmen sich stattdessen vornehmlich dichten Uptempo-Nummern. Es regieren harte Gitarrenwände und aggressive Vocals. Repetetiv legen sich die Lyrics über den namensgebenden Track "Battle For The Sun", dessen scheppernde Gitarren sich Schicht für Schicht auftürmen, um durch den Aufbau eines immensen Spannungsbogens in einer monumentalem Explosion zu münden. Ähnlich wie "Ashtray Heart", dessen klebrig-poppiger Mitsing-Refrain einfach nicht zu Placebo passen will, ist dagegen auch die erste Single "For What It's Worth" ein radiotaugliches Pop-Nümmerchen. Dank orchestralem Bläsereinsatz geht der Song rasch ins Ohr, verliert sich jedoch schnell in seichten Oberflächlichkeiten. Da macht auch die unpassend eingestreute Titelmelodie von Tetris nichts mehr wett. Interessanter sind da schon experimentelle Ansätze wie in "Julien", das anfänglich durch ein stumpf-technoides Intro irritiert, plötzlich in eine impulsive Orgie zwischen Schlagzeug und Gitarre über gleitet und sich durch Hinzunahme harter Geigen-Arrangements zu einem wahren Monster an Song entwickelt, das der Intensität eines "Twenty Years" in Nichts nachsteht.

Placebo beweisen auf "Battle For The Sun" zwar über weite Strecken große Vielseitigkeit, es bleibt jedoch ein bitterer Beigeschmack. Das Trio war nach dem Überalbum "Without You I'm Nothing" schon keine großartige Albenband mehr. Eine mehr als von Grund auf solide Leistung erbrachten sie über Albumlänge nie wirklich, doch dass mit der Entscheidung für einen Platz im Sonnenlicht von dreizehn Songs gut die Hälfe einfach Lückenfüller sind, ist neu. Das Album will nicht in Fluss kommen, Titel wie die Haudrauf-Nummer "Breathe Underwater" oder der "Meds"-Aufguss "Devil In The Details" verführen nicht zwingend zur Betätigung der Skip-Taste, nachhaltig im Gedächtnis bleibt dennoch kaum etwas. Um "Battle For The Sun" im Ganzen etwas abzugewinnen, sollte man den neuen Songs live eine Chance geben. Aus jedem noch so schwachen Lied wird auf großer Bühne das Optimum herausgeholt. Hier zeigt sich, was Placebo eigentlich sind, eine der besten Live-Bands unter der Sonne - und das sowohl im Stadion als auch im kleinen Club.


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