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James Yuill - Turning Down Water For Air

JAMES YUILL

Turning Down Water For Air
VÖ: 09. Januar 2009
Label:
Cooperative Music
Autor: Katrin Reichwein

In der modernen Welt sitzen romantisch-veranlagte Jungs nicht mehr mit ihrer angestaubten Akustikgitarre am Lagerfeuer. Sie klemmen sich ihren Laptop unter den Arm und basteln einen elektronischen Klangteppich rund um das Folk-Gerüst ihrer traditionellen Singer/Songwriter-Ideen. Tradition trifft Moderne. Folktronica ist das Wort der Stunde. Der Engländer James Yuill ist so ein moderner Junge. Ein Nerd, ein Laptop-Songwriter, mit langen Haaren und zu großem Brillengestell, der sich als Vermittler zwischen Singer/Songwritertum und Electronica versteht.

Auf seinem Album "Turning Down Water For Air" bringt Yuill die fragilen Songstrukturen eines Nick Drake mit dezent pumpenden Beats zusammen. Verhuschter Folkrock und wirre Computertöne treffen sich zum Paarungstanz. Es quietscht und zirpt und pluckert an allen Ecken und Enden. Bei Yuill treffen menschliche Emotionen auf technische Möglichkeiten. Das ist nichts Neues, bedenkt man, dass Künstler wie Patrick Wolf schon seit einigen Jahren eigentlich akustische Elemente mit Beats aus dem Laptop ersetzen. Kaum einer schafft es jedoch wie Yuill aus dem Wirrwarr an Effekten ein so melodieselig-hypnotisierendes Album zu stricken. Die zwölf Songs von "Turning Down Water For Air" schmeicheln sich ein. Ob man will oder nicht, man kann den sanften Gitarrenklängen ("You Always Do") und vertrackten Beats ("No Suprise") kaum widerstehen. Es gibt aber auch ein Menge zu entdecken: Yuill bietet Abwechslung, in dem er sich genauso an Effekten, Keyboards und synthetischen Handclaps ("Head Over Heels") versucht, wie an klassischem Folk-Picking inklusive melodramatischer Cello-Untermalung ("How Could I Lose"). "Left Handed Girl" stampft als leicht verdauliche Version von Justice los, um sich ganz in schlichten Notwist-Melodien zu verlieren. Harte Minimal-Töne, die in etwas abgewandelter Form jede Tanzfläche füllen würden, regieren hingegen bei "No Pins Allowed".

Bei all der technischen Raffinesse läuft man am Ende jedoch Gefahr einen Großteil der Spielereien zu überhören. Manchmal ist weniger dann eben doch mehr. Es bleibt stets der bittere Beigeschmack, dass "Turning Down Water For Air" in all seiner Schönheit doch ein harmlos dahinplätscherndes Album bleibt. Hintergrundmusik für Anspruchsvolle.


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