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James Dean Bradfield - The Great Western

JAMES DEAN BRADFIELD

The Great Western
VÖ: 21. Juli 2006
Label: Red Ink
Autor: Katja Embacher

2004 erschien mit "Lifeblood" das achte Album der Manic Street Preachers. Nach Beendigung der dazugehörigen Tour beschloss das Trio, eine zweijährige Pause einzulegen. Vielleicht eine Zeit der Ruhe, jedoch nicht des Müßiggangs. Zumindest nicht für Sänger und Gitarrist James Dean Bradfield, der dieser Tage mit "The Great Western" sein erstes Soloalbum präsentiert.

Eigene Wege zu gehen, eine Soloplatte einzuspielen, war eigentlich eine Option, die Bradfield nie wirklich angedacht hatte. "The Great Western" könnte man somit in gewisser Weise als ein Zufallsdebüt bezeichnen. Während seiner manicsfreien Zeit pendelt der Waliser oft zwischen London und Cardiff. Im Zug entsteht ein Großteil neuer Texte, so dass sich Bradfield schließlich zu einem Soloalbum entschließt. Eine kluge Entscheidung, wie "The Great Western" beweist.

Wer bei diesem Debüt ein neuntes Manic Street Preachers Album erwartet, wird schnell eines Besseren belehrt. "The Great Western" knüpft zwar an den Stil der walisischen Brit-Rocker an, führt diesen jedoch weiter aus und mündet in einer eigenständig Konzeption, die sich durchaus von dem Sound der Manics differenziert.

Natürlich legt der Sänger gesellschaftskritisch geprägte Attitüden auch auf seinem Soloalbum nicht vollends ab. So finden sich mit "That's No Way To Tell A Lie" und der Covernummer von Jacques Brels "To See A Friend In Tears" zwei politisch orientierte Songs auf dem Album. Eine Dimension des Songwritings, für die die Manic Street Preachers hinlänglich bekannt sind. Eine weitere Verbindung hierzu stellt "Bad Boys & Painkillers" dar, zu dem Manics-Bassist Nick Wire die Lyrics liefert. Jedoch löst James Dean Bradfield in anderen Tracks diese Zusammenhänge auf und fokussiert sich stärker auf die eigene Kreativität. "The Great Western" stellt in erster Linie eine Auseinandersetzung des Walisers mit sich selbst, seiner eigenen Vergangenheit und seiner Zukunft dar. Eine Retrospektive auf seine Herkunft und die damit verbundene Frage nach dem Wohin, nach einer Existenz, die jenseits des Rock ’n’ Roll-Lebens liegt. Deutlich wird dies auf "Which Way To Kyffin": "We'll paint ourselves a different life..." - eine Songtextzeile, die Bände spricht. Und die Erkenntnis, dass ein endgültiges Nachhausekommen oftmals ein ganzes Leben lang dauert, findet sich in "Still A Long Way To Go", einem durch prägnante Pianoarragements getragenem Stück, das sich durch einen grandiosen Wechsel aus Slowmotion-Strophen und tempogeladenem Refrain auszeichnet.

Wem das alles textlich ein wenig zu pathetisch erscheint, der dürfte sich zumindest über Sound des Bradfield-Solos freuen. Akustisch mangelt es hier an Nichts. "The Great Western" ist zwar ein orchestrales, klanglich voluminöses Debüt-Album, das jedoch nicht künstlich aufgeblasen sondern vielmehr antreibend energetisch auf den Hörer einwirkt. Ein Debüt mit Tiefgang, mit ebensoviel Herz wie Verstand, das die songwriterischen Qualitäten James Dean Bradfields deutlich herausstellt. Einer der wohl schönsten Zufälle des Jahres.


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