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James - Hey Ma

JAMES

Hey Ma
VÖ: 06. Juni 2008
Label:
Mercury (Universal)
Autor: Marc Philipp Meyer

Reunion! 2001 ging Tim Booth. Seit 2007 sind James wieder vereint und bringen in der Besetzung ihrer bekanntesten Platte "Laid" ein neues Album raus, dass förmlich umhaut! Das hier ist verführerische Popkunst. James sind zurück und vielleicht sind sie sogar besser denn je. Denn "Hey Ma" ist ein Killeralbum und ein nostalgisches Kaleidoskop aus Madchester und dem britischen Pop der 90er.

Das wird schon in den Liner Notes deutlich. Gewidmet wurde das Meisterwerk dem am 10. August 2007 verstorbenen Tony Wilson, Madchester-Ikone, Gründer des legendären Nachtclubs Fac 51 Haçienda, Chef des prägenden Labels Factory Records und Entdecker von James. Da ist es klar, wohin die Reise geht. Trompeter und Flügelhornist Andy Diagram ist wieder mit von der Partie und so klingt das umwerfende "Waterfall" wie eine Hommage an die alten Zeit der Rave-Vergnügung. Die heutigen James sind vielmehr ein Hybrid aus unbeschwertem Britpop ohne Größenwahn und süchtigem Madchester-Sound ohne Pillen-Schmeißer-Vibe. Was vorwiegend bleibt, ist sensible Melancholie und musikalische Größe. Der Opener "Bubbles" ist wunderbar dynamisch. Gleich zu Beginn hat man das Gefühl von harmonischen Melodien umarmt und wachgeküsst zu werden. Gewidmet ist dieser Song Booth's Sohn. Live gespielt haben ihn James zum ersten Mal ein paar Minuten nachdem sie von Wilsons Tot erfahren haben. Die Textzeile "I'm Alive" macht deutlich worum es geht. In jeder Hinsicht. Diese Platte berührt und lauscht man heute James oder ihren wunderbaren Nacheiferern The Twang spürt man, wie viel Leben noch in dieser Musik steckt. Aber was ist anders als früher? Man schaut sich allein das Cover an, das eine Debatte um eine Sperre bei Billboards auslöste. Dabei soll es doch wachrütteln; als allegorisches Cover gegen die aktuelle Jugendkriminalität in den UK. Doch, was ist da los? James waren nie politisch und haben sich immer davon entfernt. Aber nun? "Hey Ma, the boys in body bags coming home in pieces". Das ist starker Tobak der sieben Mancunians und eine knallharte Absage an den Terror und seinen Krieg zu Zeiten des Web 2.0. Frei nach dem Motto: "The beat of machines, of mobile phones and plasma screens, how much junk do I need in my life". Auf jeden Fall brauchen wir jetzt weiterhin so schöne Songs und ein paar mehr Deutschland-Gigs von James. Auch obwohl das von Brian Eno produzierte Album an wenigen Stellen latent bei U2 aneckt. Aber das ist eben Brian Eno. Dennoch: "Hey Ma" stieg sofort auf Platz 10 der britischen Albumcharts ein.

Bleibt festzuhalten: James trauen sich was und man spürt den wieder gefundenen freundschaftlichen Zusammenhalt der Band, der sich in den Sounds faszinierender Popkunst widerspiegelt. "Of Monsters & Heroes & Men" beweist dies in seiner sagenhaften Schönheit. Mit einer Stimme von Tim Booth, wie sie besser noch nicht war. Das ist einfach toll und bei diesem Song fehlen mir die Worte. Alles was ich dazu sagen kann ist: Musik ist die schönste Sache der Welt und was für ein Glück, dass sich James wieder vereinigt haben. Hoffentlich kommen sie jetzt mal öfter nach Deutschland. "Oh My Heart", was für ein Album!


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