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The Indelicates - American Demo

THE INDELICATES

American Demo
VÖ: 28. März 2008
Label:
Weekender Records
Autor: Katrin Reichwein

Songwriter und Ex-Comedian Simon Clayton und Sängerin und Pianistin Julia Clark Lowes (Ex-The Pipettes) a.k.a. Simon und Julia Indelicate gelten spätestens seit ihrer provokativen Single "Waiting For Pete Doherty To Die", die vom tonangebenden NME gefeatured wurde, als heißes Eisen in der Britrockszene. Namedropping funktioniert eben doch immer noch als Marketingmotor. Das Quintett aus Brighton, angeblich die Lieblingsband von Art-Brut-Kopf Eddie Argos, bietet der derzeitigen britischen Nu-Rave/New-New-Wave-Welle Paroli.

Irgendwo zwischen Folk, Punk, Noiserock und Avantgarde-Pop angesiedelt, kommt "American Demo" sehr klassisch instrumentiert daher. Die Geigenklänge des Intros gehen sanft in das trotzige "Last Significant Statement To Be Made In Rock'n'Roll" über. Simons rauchige Stimme, die nach ein wenig zu viel Whiskeygenuss klingt, ergänzt sich gut mit Julias Sopran, der bisweilen in zu hohe Oktaven-Höhen klettert und nach der Hälfte des Albums beginnt im Gehörgang zu schmerzen. Das fand ich schon bei den Pipettes so nervtötend. Beim ruhigen Stars mit anfänglichem Kinder-Schlaflied-Rhythmus zeigt Julia, dass sie auch anders kann: nämlich im Dresden Dolls’schen Kabarett-Stil. Gitarrengeschrammel trifft vermehrt auf sanfte Pianoparts. Insgesamt treffen die von Simon gesungenen Songs jedoch mehr meinen Nerv, außer vielleicht die erste Single Sixteen, die sich als catchy Clap-Along-Song in bester Architecture In Helsinki-Manier präsentiert.

Bei Avantgarde wären wir auch schon wieder bei Eddie Argos. Die deutsche Bedeutung von Art Brut lautet in etwa "rohe, unverfälschte Kunst", eine "New Art For The People" fordern auch The Indelicates. "Pop had a beginning, it grew and was tended / Now it is rotten, let it be ended", heißt es in "We Hate The Kids", das mit seinem "Dance, dance, dance, dance, dance to the radio"-Refrain gleichzeitig eine Reminiszenz an Joy Divisions "Transmission" bildet. Textlich gesehen, musikalisch bewegen wir uns eher auf Musical-Ebene. Jonathon Larsons "Rent" könnte hier Pate gestanden haben.

Beim ersten Hören noch positiv überraschend, verliert sich "American Demo" nach und nach ein wenig in Belanglosigkeit. Namedropping ("If Jeff Buckley Had Lived") ist eben nicht alles. Hängen bleiben lediglich die zynisch-bissigen Texte. New Art haben The Indelicates mit ihrem Debüt nicht wirklich geschaffen, aber Menschen, die im stillen Kämmerlein ihre "Saturday Night Fever"-, "Grease"- oder eben "Rent"-Platten auspacken, dürften ihre größte Freude haben. Und das Ding mit den Musicals ist jetzt keineswegs negativ gemeint – ich oute mich.


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