POPCONNECTION
DATENSCHUTZERKLÄRUNG   IMPRESSUM
NEWS
REVIEWS INTERVIEWS KONZERTE FEATURES KÜNSTLER A-Z
POPCONNECTION - Reingehört - Ikaria - Luxembourg
Home » Reviews » Ikaria - Luxembourg
REVIEWS
Ikaria - Luxembourg

IKARIA

Luxembourg
VÖ: 25. Juni 2010
Label: Cobretti Records
Autor: Katja Embacher

Es war im Januar diesen Jahres, als sich Ikaria nach Schweden aufmachten, um gemeinsam mit Mathias Oldèn von Logh ihren zweiten Longplayer "Luxembourg" einzuspielen. Fast scheint es, als habe das Quartett während dieser Zeit die Dunkelheit und Kälte Skandinaviens in sich aufgesogen, um sie in jedem einzelnen Akkord einzuarbeiten. So weit, so gut. Bleibt nur die Frage, wieso um alles in der Welt man sich ausgerechnet den Sommer-Sonne-Urlaubsfreude-Monat Juni zur VÖ herauspickt.

Bereits der Opener "Parabolic" lässt die Frage in Vergessenheit geraten. "Luxembourg" fasziniert vom ersten Moment an mit einer Symbiose aus Shoegaze und Dreampop, Eindringlichkeit und Zurückhaltung. So vereinnahmend Hendrik Schäfers Stimme bei Tracks wie "Waitress No. 1" oder "Severe" auf den Hörer einwirkt, so stark nimmt sie sich bei Songs wie "Fragile" oder "Parabolic" zurück, um der Instrumentierung den Vorrang zu überlassen. Hierdurch gelingt es Ikaria, (Frei)Räume zu schaffen, die groß genug sind, um die Gedanken so tief darin abtauchen zu lassen, bis im Kopf eine allumfassende Stille herrscht. Ob nun Sommer oder Winter herrscht, interessiert nicht mehr. Vielmehr verliert man sich in der Intensität des Albums, die den Hörer 45 Minuten lang nicht mehr loslässt. Trotz der melancholischen Grundstimmung bergen die elf Tracks eine Unvorhersehbarkeit. Sei es das plötzlich rumpelnde Schlagzeug bei "The Sorrow And The Pity", das durch sinister schnarrende Gitarrenparts begleitet wird oder der plötzliche Schwenk aus balladesken Strophen hinein in einen energetischen Mid-Tempo-Refrain wie auf "The One". Ja, zeitweise ertappt man Ikaria gar bei einem Anflug von Hoffnung und dezenter Euphorie. Gelegentlich blitzen dabei im Schatten des Sounddickichts die Schemen musikalischer Wegbegleiter auf: The National, Interpol, Editors oder Joy Divsion. Lang genug, um ihren Einfluss zu spüren, zu kurz jedoch, um die Eigenständigkeit Ikarias zu gefährden.

Wenn man über Musik schreibt, stapelt sich im Laufe der Zeit zwangsläufig ein Sammelsurium an Platten im Regal, die man nach dem ersten Hören bereits wieder vergessen hat. "Luxembourg" hingegen ist es ohne Umschweife geglückt, die Schreibende zu packen und die nächsten drei Stunden nicht mehr loszulassen. Aber Ikaria gehen mit ihrem zweiten Longplayer noch einen Schritt weiter: Sie schaffen es, mitten im Sommer die Sehnsucht auf nebelverhangene Herbstabende zu wecken. An dieser Stelle bleibt nur noch zu sagen: Respekt!


Mehr zu Ikaria auf POPCONNECTION

Leider keine weiteren Artikel vorhanden.

SUCHE
A B C D E F G
H I J K L M N
O P Q R S T U
V W X Y Z 0-9 #
AKTUELLE REVIEWS

we_path

Slowtide
A Gentle Reminder

we_path

Snail Mail
Lush

we_path

The Boxer Rebellion
Ghost Alive

we_path

The Breeders
All Nerve

we_path

Gregor McEwan
From A To Beginning

we_path

William McCarthy
Shelter
ZUFÄLLIG SCHON GELESEN?

we_path

BERNHARD EDER
The Livingroom Sessions

we_path

JAMES DEAN BRADFIELD
The Great Western

we_path

HUSKY
Forever So
INTERN EXTERN
Kontakt Facebook
Impressum
Datenschutzerklärung
   © 2019 Popconnection.de | Das Online-Magazin für alternative Popmusik | CMS by webEdition