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Death Cab For Cutie - Narrow Stairs

DEATH CAB FOR CUTIE

Narrow Stairs
VÖ: 16. Mai 2008
Label:
Warner
Autor: Katja Embacher

Death Cab For Cutie gehören trotz Majordeals zu den ewigen Indie-Protagonisten. Die Jungs von nebenan, die anstelle der hohen Chartsplatzierung eher den einzelnen Musikfreund zu fokussieren scheinen, um eben diesen mit melancholisch-schönen Songs glücklich zu machen. Musik zum Liebhaben eben, die sich jenseits der herkömmlichen Vermarktungsmaschinerie bewegt. Fast macht es den Anschein, als hätte das Quartett aus Seattle Angst, sich in die erste Reihe des Indie-Pop zu spielen. Dabei hatten die Mannen rund um Sänger Ben Gibbard mit ihrem Vorgänger-Album "Plans" doch bewiesen, dass sie durchaus über das Potential zu kleinen Hits verfügen. "Marching Bands Of Manhatten", "I Will Follow You Into The Dark" oder "Soul Meets Body" waren schon dicht gestrickte Ohrwürmer. "Narrow Stairs" dagegen kehrt eben jener Eingängigkeit den Rücken zu.

DCFC präsentieren sich mit "Narrow Stairs" ein Quäntchen zackiger, kerniger als auf "Plans". Natürlich sind die Vier ihren charmanten Popmelodien treu geblieben - viele Pianoklänge, weiche Gitarrenarrangements und melancholisch versponnene Textpassagen wie bei dem bittersüßen "Grapevine Fires" oder der traurig ernüchternden Ballade "The Ice Is Getting Thinner" - allerdings klingen Death Cab For Cutie insgesamt ein wenig sperriger. Bereits im Opener "Bixby Canyon Bridge" erwarten den Hörer scheppernde Drums und verzerrergeschwängerte Gitarrenwände, die sich gegen Ende des Tracks bedrohlich auftürmen, wie Gewitterwolken an einem schwülen Hundstag im August. Die Abkühlung folgt postwendend: "I Will Possess Your Heart" braucht satte viereinhalb Minuten, um überhaupt aus den Puschen zu kommen. Ein Mix aus Bassläufen und Pianoarrangements nudelt schier endlos vor sich hin, bis endlich der Ben Gibbards Gesang einsetzt. Spätestens an dieser Stelle drängt sich die Frage auf, ob Death Cab For Cutie Kunst über Kommerz stellen, sich vehement jeder herkömmlichen Vermarktungsmöglichkeit entziehen wollen und aufgrund dessen einen derartigen Track als Singleauskopplung auserkoren haben oder ob es sich um die Angst vor der eigenen Courage handelt. Beides wäre denkbar.

So klingt "Narrow Stairs" trotz seiner Kantigkeit dezenter als der Vorgänger "Plans". Dezenter in dem Sinne, als habe man sich bewusst gegen die Radiotauglichkeit entschieden und jeden potentiellen Hitcharakter in den Songs bereits im Keim zu ersticken versucht. Vielleicht war der Schreck über den plötzlichen Erfolg von "Plans" doch ein wenig zu groß. Ja, man möchte die Jungs fast knuddeln in ihrer schüchternen Zurückhaltung. Genau hier liegt allerdings auch der Hund begraben, denn einige Highlights hätten diesem Album sicherlich gut zu Gesicht gestanden. So aber verharrt der "Narrow Stairs" eher im Hintergrund - charmant und unaufdringlich. Death Cab For Cutie bleiben auch mit ihrem siebten Studioalbum die ewige Lieblingsband von nebenan, der man als Fan den großen Durchbruch wohl viel mehr wünscht, als sie sich selbst.


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