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REVIEWS
David Bowie - The Next Day

DAVID BOWIE

The Next Day
VÖ: 08. März 2013
Label:
Sony Music
Autor: Katja Embacher

Zehn Jahre ist es her, dass David Bowie mit "Reality" das letzte Mal von sich hören ließ. Nach seinem Herzinfarkt im Jahr 2004 glaubten viele, dass man von ihm wohl gar nichts mehr hören würde. Dass er sich klangheimlich in den wohlverdienten Ruhestand begeben habe. Und dann das: Wie aus dem Nichts veröffentlicht Bowie an seinem 66. Geburtstag die Single "Where Are We Now?" mit der frohen Botschaft, dass als baldigst ein neues Album folgen werde. Mit der Veröffentlichung von "The Next Day" löst er nun dieses Versprechen ein.

Mit diesem Unterfangen stellt sich Bowie einer Erwartungshaltung, die mindestens so hoch ist, wie Londons neuester architektonischer Überflug The Shard. Die unbeugsame Hoffnung auf ein frisches bahnbrechendes Meisterwerk gepaart mit der großen Frage, was das Chamäleon des Pop der Welt nach der Zeit des Schweigens mitteilen und wie er die Musikwelt einmal mehr auf den Kopf stellen wird. Die Antwort darauf ist einfach: Gar nicht. Anstatt der Zeit ein Schnippchen zu schlagen, ihr voraus zu eilen und das Ziffernblatt der Uhr in avantgardistischen Schnörkeln neu zu schreiben, dreht David Bowie die Zeiger zurück und begibt sich auf einen Ausflug in die Vergangenheit. Damit zerschlägt er mit einer lockeren Handbewegung den Glasturm der Erwartungen in tausend Scherben. Bereits die erste Singleauskopplung "Where Are We Now?" ist eine balladeske Retrospektive auf ein geteiltes Berlin der 70er. Und auch der Rest des Albums greift immer wieder Fragmente aus der Trilogie "Low", "Heroes" und "Lodger" auf. Nicht nur musikalisch, sondern auch visuell in Form des Coverartworks: Ein weißes Quadrat, das den Albumtitel trägt, klebt auf dem Plattencover von "Heroes", dessen Titel durchgestrichen wurde.

Reminiszenzen an das eigene Lebenswerk finden sich an jeder Ecke und in jedem Akkord. Jedoch so unschlagbar gut und konsequent umgesetzt, dass Bowie sich selbst zu keinem Zeitpunkt kopiert. Vielmehr zitiert er sich selbst. Ohne altersmilde Beschaulichkeit. Bowie mag auf neumodische Ideen verzichten, Gitarren und knackigen Saxophonpassagen entsagt er jedoch nicht. Songs wie "The Stars (Are Out Tonight)" oder "You Will Set The World On Fire" sind geprägt von kraftvollem Sturm und Drang, während "How Does The Grass Grow?" gar so klingt, als habe er sich noch einmal auf den Weg zum Mars begeben. There and back again. Eine Reise vom Heute ins Gestern, vom Damals zurück ins Hier und Jetzt und die unausgesprochene Frage, wo man steht oder wohin man geht. Ob Bowie diese für sich selbst beantworten kann und will, bleibt offen. Wenn "The Next Day" mit dem düster-entrückten "Heat" endet, trägt es die Aussage "I am a seer, I am a liar" ebenso in sich, wie die Feststellung "And I tell myself, I don't know who I am".

Damit entzieht sich David Bowie einmal mehr der Greifbarkeit. "The Next Day" ist weder ein Ausrufezeichen noch ein Punkt. Vielmehr sind es vierzehn Gedankenstriche, unterbrochen von Fragezeichen, die einen Sinn ergeben. Den Satz: "Ich bin zurück." Und das ist großartig!



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