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Daughter - If You Leave

DAUGHTER

If You Leave
VÖ: 15. März 2013
Label:
4ad/Beggars Group
Autor: Katja Embacher

"Two feet standing on a principle / Two hands digging in each other's wounds / Cold smoke seeping out of colder throats / Darkness falling, leaves nowhere to move". Ein stumpfer Schlag in die Magengrube. Getarnt als ein sanftes Streicheln. Das ist es, was den Hörer auf Daughter's Debütalbum "If You Leave" an jeder Ecke erwartet. Desillusion gepaart mit samtweicher Melancholie. Das perfekte Album in jener Phase des Liebeskummers, in der man keinen Bedarf an Pflastern hat, sondern nach einem geeigneten Spaten sucht, um heilende Wunden aufzubrechen.

Balladeske Indie-Folk-Songs, in denen man gedankenverloren wie ein majestätischer Schwan dahindriften kann oder in denen man ertrinkt, wie eine Bleiente. Prägnantestes Stilmittel ist dabei Elena Tonra's charismatische Stimme, in der eine fortwährende Schwermut mitschwingt. Was Daughter hier produzieren ist ohne Frage Dramatik auf hohem Niveau. Ohne Schnörkel und Schnickschnack.
 
Dennoch: So überragend die einzelnen Tracks auf "If You Leave" auch sind, so schwer wirken sie in ihrem Zusammenspiel. Ähnlich der Momentaufnahme einer Person, die wehmütig aus einem Zugfenster schaut. Ein Bild, das man ob seiner traurigen Schönheit für einige Zeit einfangen und festhalten möchte. Das über einen längeren Zeitraum jedoch zu deprimierend wird, als dass man seinen Blick die gesamte Fahrt über auf dieser Person ruhen lassen möchte. Erschwerend kommt hinzu, dass die Faszination der melancholisch-entrückten Stücke aufgrund similärer Songstrukturen nach und nach einem Gefühl der Anstrengung weicht. Daughter setzen auf das Zusammenspiel aus Ruhe und halber Kraft, aus Zerbrechlichkeit und dem Versuch der Zerstörung. Man beginnt die Songs in fast apathischer Zurückhaltung, wagt im Mittelteil den Versuch eines emotionalen Ausbruchs und endet in Resignation. "If You Leave" gehört zu jenen Alben, die man auflegt, um die Welt vorm Fenster kurze Zeit auszublenden. In denen man mit sich selbst und dem eigenen Befinden allein sein möchte. Wenn man die Rollläden wieder aufzieht, wird man sich jedoch als baldigst um einen anderen Soundtrack bemühen. Sollte es Daughter gelingen, dem Tal der Schwermut häufiger den Rücken zu kehren und stattdessen mal ein Blinzeln in die Sonne zu riskieren, dürfte uns in Zukunft Großes ins Haus stehen. Bis dahin: Den Staub aus dem Gefieder schütteln und weitermachen.



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