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Damon Albarn - Everyday Robots

DAMON ALBARN

Everyday Robots
VÖ: 25. April 2014
Label:
Parlophone
Autor: Jenny Schnabel

Damon Albarn ist ein musikalischer Tausendsassa und in puncto Musik eine rastlose Seele. Mit Blur wurde er zu einem der Hauptprotagonisten der Britpop-Szene. Nach dem vorläufigen Ende der Band unternahm Albarn allerlei kreative Ausflüge: Gorillaz, The Good, The Bad & The Queen, Mali Music, Monkey: Journey To The West, Dr. Dee und African Express. Was er allerdings bislang noch nicht gemacht hat, ist ein Soloalbum unter seinem eigenen Namen zu veröffentlichen. Bis jetzt. Nach all seinen unzähligen Projekten hat er dies nun mit "Everyday Robots" getan.

"Everyday Robots" ist ein intimer Einblick in Damon Albarn's Welt. Zwischen damals und heute. Zum einen hält Albarn Rückschau und lässt seine persönlichen Erinnerungen Revue passieren. Er kehrt zurück an die Orte seiner Kindheit und Jugend, nach Leytonstone und Colchester. In "Hollow Ponds" erinnert er sich an den heißen Sommer 1976 und an das Graffiti "Modern Life" an einer Wand im Jahr 1993, das dem Blur-Album "Modern Life Is Rubbish" seinen Titel gab. Zum anderen denkt Albarn über die moderne Existenz im digitalen Zeitalter und den Einfluss neuer Technologien auf unser heutiges Leben nach. "We are everyday robots on our phones/In the process of getting home/Looking like standing stones", singt Albarn im Titeltrack und Opener des Albums. Dem gegenüber steht "Lonely Press Play", ein Song, der mit dem Geräusch eines sich schließenden Kassettenfaches beginnt und die Zeit vor der Digitalisierung, die Zeit der guten alten Musikkassette in Erinnerung ruft.

Den klanglichen Hintergrund seiner Betrachtungen bildet eine sehr minimalistische Instrumentierung. Zentrales Instrument ist das Piano, das durch Streicher, Hörner und feine Beats ergänzt wird. Alles fantastisch arrangiert. Über allem schwebt Damon Albarns eindrucksvolle und wohlklingende Stimme. Albarn erschafft eine sehr melancholische und introvertierte Atmosphäre, welche lediglich durch das beschwingte "Mr. Tembo" durchbrochen wird, einem Song über ein Baby-Elephanten, auf dem der Gospelchor der Pfingstkirche seines Geburtsortes in Aktion tritt.

Sein Talent, großartige Songs zu schreiben, hat Albarn in seiner Karriere unzählige Male unter Beweis gestellt. Und das macht er mit seinem Solowerk einmal mehr. Durch die Reduktion auf das Wesentliche schafft Albarn eine unglaubliche Intensität und seine Erzählungen erschaffen dazu Bilder im Kopf. Das macht "Everyday Robots" zu einem intimen und unwiderstehlichen Album und einem herausragenden ersten Solowerk. Etwas anderes hätte man von Damon Albarn auch nicht erwartet.



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