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Highfield 2012

HIGHFIELD 2012

17. - 19. August 2012
Autor: Sascha Brozewski
Foto: Bernd Zahn

Ab Donnerstag, den 16. August 2012 um 16.00 Uhr begrüßte das Highfield für die folgenden drei Tage knapp 20.000 Besucher. 49 Bands präsentierten sich auf zwei Bühnen. Zum dritten Mal seit 2010 fand das Festival am Störmthaler See statt. Wie selten zuvor lechzten Musikbegeisterte bei Temperaturen von 30-35°C nach dem kühlen Nass und nutzten die Badegelegenheit.

Musikalisch hatte das Highfield neben tollen Headlinern unzählige weitere Acts hauptsächlich aus den Bereichen Indie- und Alternative-Rock zu bieten.

Der Zeitplan ist super und der Wettergott meint es mehr als gut. Es sind perfekte Rahmenbedingungen. Alles ist für ein unvergessliches Festival angerichtet. Außerdem erweist sich der Spielplan als Steigerung par excellence. Anders als zum Beispiel beim Hurricane spielen die Headliner hier erst zu späterer Stunde, während es bei anderen Festivals zu dieser Zeit nach dem Hauptact noch eine Nightsession gibt.


FREITAG

Den Auftakt machen am Freitagabend The Shins. Ein großartiger Einstieg, hatte ich doch noch nie das Vergnügen einem Konzert der Band beizuwohnen. James Mercer legt mit seiner neuformierten Band bei untergehender Sonne ein atemberaubendes Konzert hin, dass es schwer fällt, nicht sentimental zu werden. Zuvor bekommt man auf der Nachbarbühne noch ein paar Töne der Band Kraftklub mit, die dem Publikum ordentlich einheizt. Wen wundert es, ist es für die Chemnitzer doch quasi ein Heimspiel. Dann aber schnell zur Green Stage, um eben die wundervollen Shins zu erleben. Die Auswahl der Lieder ist klasse und gleich mit dem Opener "Caring Is Creepy" sorgen sie für Gänsehaut. Man ist gerührt und lauscht aufmerksam. Die Band hat große Freude, verzichtet auf Entertainer-Einlagen, wofür James Mercer ohnehin nicht bekannt ist und spielt ein straffes Set. Mit Ausnahme zweier oder dreier Bands ist dies während des gesamten Festivals auffällig.

The Wombats genießen ihren Auftritt und stellen ebenfalls eine schöne Setlist zusammen. Es ist bereits dunkel, das Publikum dafür aber trotz der Temperaturen über Tag in Tanzlaune ("Let's Dance To Joy Divison"). Bevor es später auf gleicher Bühne mit den Sportfreunden weiter geht, wirft man gespannt einen Blick auf die schrägen Vögel von Bonaparte, die das Publikum mit ihrer tollen, facettenreichen Show und vielen Kostümen begeistern. Eine unvorstellbare Requisite.

Die Sportfreunde Stiller geben nach langer Abstinenz zum Abschluss des ersten Festivaltages ein paar neue Kostproben zum Besten. Sie zeigen eine prächtige, fulminante Bühnenshow mit großen Videowürfeln, kleinem Orchester und vor allem neuer Frische. Unterm Strich ein schönes Konzert der Münchener und ein rundum gelungener erster Tag.


SAMSTAG

Der Nachmittag beschert uns mit den White Rabbits den frühesten Auftritt insgesamt. Die Uhrzeit tut einem feinen Konzert der Band aus New York keinen Abbruch. Mit ihren zwei Trommlern und besonders dem Song "Percussion Gun" sind sie ausgesprochen begeisterungsfähig und lassen die Anzahl der Zuhörerschaft vor der Bühne wachsen. Sie beweisen außerdem bei der Wahl ihrer neuen Titel von "Milk Famous" ein gutes Näschen.

Für Jupiter Jones(20.15 Uhr) und Kettcar (21.45 Uhr) ist wohl die Tatsache allein überwältigend, auf solch einem Festival in den Genuss zu kommen, so spät spielen zu dürfen. Jupiter Jones legen einen energiegeladenen, sympathischen Auftritt hin und das Publikum ist trotz staubbelegter Bronchien auf Grund zahlreicher Moshpits bereit für die sagenumwobene "Wall Of Ass", die für weitere Festivals noch ausbaufähig ist. Kettcar sind sowieso immer gut und den Hamburgern scheint es ebenfalls zu gefallen. Zum vierten Mal sind sie bereits Gast beim Highfield und Reimer sagt, dass er das Gefühl habe, es werde mit jedem Besuch besser. Auf große Erzählungen und Geschichten wird verzichtet, die Musik steht im Mittelpunkt.

Für Entertainment und Interaktion sorgen später wie gewohnt die Beatsteaks. Die können wahrscheinlich gar nicht anders, als Spaß machen. So sorgen sie für großen Andrang und riesige Stimmung. Zuvor spielen Social Distortion an gleicher Stelle mit einem sehr mitgenommenen Mike Ness. Trotzdem ist es irgendwie immer schön, sie zu sehen, wenngleich man das Gefühl hat, er müsse von seiner Band getragen werden. Alle Lieder werden verlangsamt gespielt. Mittlerweile hat der Frontmann aber auch schon 50 Jahre, davon mehr als 30 Jahre exzessiven Punkrock, die nicht spurlos an ihm vorüber gegangen sind, auf dem Buckel.


SONNTAG

Den Sonntag eröffnen die Kilians, die in brütender Hitze viele Songs ihres neuen Albums "Lines You Should Not Cross" spielen. Im Anschluss sind die Subways zu sehen. Selbstverständlich sorgen sie für etliche Staubwolken und beste Stimmung vor der Bühne, wenngleich man festhalten muss, dass ihre Shows sich immer sehr ähneln. Es gibt kaum neue Ideen, es fehlt jede Art von Innovation, denn ständig wiederholen sich ihre Ansagen bzw. Aufforderungen zum Springen etc.

Casper, so hört man, kann mit einem mitreißenden Auftritt ebenso überzeugen wie später am Abend Refused oder auch The Gaslight Anthem. Uns zieht es allerdings zur anderen Bühne, wo die Black Keys und Placebo ein großartiges Festival beenden. Laut Stimmungsbarometer reichen deren Auftritte zwar nicht mehr an die Beatsteaks heran, nichtsdestotrotz war es eine große Freude, Brian Molko und Bandkollegen einmal live zu sehen. Man muss dazu sagen, dass Placebo nun wirklich keine Band ist, die ihr Publikum zu irgendwelchen Spirenzchen animiert, was mir als stiller Genießer sehr entgegenkommt. Die Lieder "Song To Say Goodbye", "Bitter End" und "Infra-Red" durften nicht fehlen, sie picken aber auch treffsicher die Rosinen ihres aktuellen Albums "Battle For The Sun" heraus.

Wenn man ein Fazit ziehen muss, kann man das Highfield nur allen Musikfreunden empfehlen. In erster Line tolle Bands, aber auch ganz banale Gründe sprechen für das Festival am See. Kein kilometerlanger Fußmarsch zum Festivalgelände, keine angezündeten oder umgestoßenen Dixiklos und wenig Ballermann-Mentalität. Vielleicht ja im nächsten Jahr auf ein Neues. Cheers!



Website:
www.highfield.de

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