POPCONNECTION
DATENSCHUTZERKLÄRUNG   IMPRESSUM
NEWS
REVIEWS INTERVIEWS KONZERTE FEATURES KÜNSTLER A-Z
POPCONNECTION - Interviews - Ben Kweller: "Ich bin ein ziemlich optimistischer Mensch"
Home » Interviews » Ben Kweller: "Ich bin ein ziemlich optimistischer Mensch"
INTERVIEWS
Ben Kweller

BEN KWELLER

"Ich bin ein ziemlich optimistischer Mensch"
Datum: 31. August 2006 (Berlin)
Interview: Henry Kasulke
Foto: Pressefoto

Trotz seiner gerade mal 25 Lenze kann der 1981 in Texas geborene Singer/Songwriter Ben Kweller bereits mit zahlreichen Erfolgen und Referenzen aufwarten. Seine Karriere begann schon im zarten Frühteenageralter mit der Indie-Rock-Formation Radish, bei der Ben federführender Sänger und Gitarrist war. Trotz einiger Erfolge trennte sich die Band Ende der 90er. Ben produzierte und veröffentlichte daraufhin seine erste Solo-EP namens "Freak Out, It's Ben Kweller". Diese ermöglichte ihm viele Konzerte mit einigen sehr namenhaften Musikern wie Ben Folds, Dave Matthews oder den Strokes und legte den Grundstein für die Alben "Sha Sha" (2002), "On My Way" (2004) und "Ben Kweller" (2006). Erstaunlich reifen und vor allem verdammt guten zumeist ruhigen Folk-Rock macht er. Falls ihr noch nichts von ihm gehört haben und wirklich gute Singer/Songwriter-Sachen mögen solltet, seid ihr schlichtweg dazu verpflichtet, dem guten Mann euer Gehör zu schenken!

Beim Interview war Ben ein extrem höflicher und entspannter Gesprächspartner.



POPCONNECTION: Ben, in den Staaten bist du bereits sehr erfolgreich, hierzulande aber noch relativ unbekannt. Stell dich doch bitte kurz vor.

Ben Kweller: Nun, ich mache Rock 'n' Roll, aber eher im Sinne von Tom Petty, Neil Young oder Bruce Springsteen. Oder Bob Dylan, John Fogerty... die großen Songwriter eben. Als Teenager wurde ich auch beeinflusst von Punk- und Indie-Geschichten wie Nirvana oder Sonic Youth, doch das, was ich jetzt mache, ist in erster Linie Akkustikrock. Meine Musik ist sehr melodisch und textorientiert. Die Texte sind sehr autobiographisch und introspektiv, handeln also hauptsächlich von mir oder Menschen aus meinem Leben.


POPCONNECTION: Gibt es bestimmte Themen, über die du besonders gerne schreibst?

Ben Kweller: Bei mir ist es meistens so, dass Songs, die ich kurz nacheinander geschrieben habe, vom Lebensgefühl her in die gleiche Richtung gehen. Auf meinem neuen Album geht es vor allem ums Reisen, um Freiheit, "life is short" und solche Sachen. In dem Zusammenhang tauchen in den Songs oft archetypische Bilder auf - Berge, der Ozean, der Himmel, "the open road" und so weiter. Meine Songs handeln davon, seinem Herzen zu folgen, das Leben zu nehmen, wie's kommt und seine Träume nicht aufzugeben... ich schätze, ich bin ein ziemlich optimistischer Mensch.


POPCONNECTION: Obwohl du gerade mal 25 bist, bist du bereits verheiratet. Trägt das zu deiner Ausgeglichenheit bei?

Ben Kweller: Ja, ich denke schon. Es ist aber nicht so, dass wir uns erst kürzlich kennen gelernt hätten, denn wir waren schon vor der Heirat seit mehreren Jahren zusammen. Seit Kurzem sind wir Eltern! Ich bin Vater! Er heißt Dorian und ist einfach der Allercoolste! Er ist gerade mal 3 Monate alt und ich gebe ihm bereits Klavierstunden. (lächelt breit) Ich drücke auf eine Taste und er ist davon völlig fasziniert. Und ich spiele ihm "Yellow Submarine" vor. (singt "we all live in the yellow submarine...")


POPCONNECTION: Viele Eltern sagen ja, dass sie wesentlich ausgeglichener sind, seitdem sie ein Kind haben.

Ben Kweller: Nun, eigentlich macht es dich unausgeglichener. Denn da ist nun jemand, um den du dich ständig kümmern musst. Aber ja, ein Kind zu haben, macht mich zu einem viel optimistischeren Menschen. Es ist wie eine Wiedergeburt. Ich sehe die Welt durch seine Augen und habe nun jemanden, dem ich etwas beibringen und meine Sicht der Dinge vermitteln möchte. Ich möchte, dass er ein guter Mensch wird.
Ein Kind zu haben zwingt dich dazu, dich wie ein Erwachsener zu verhalten. Denn es geht dann nicht mehr alles nur um dich.


POPCONNECTION: Du bist ja viel unterwegs. Wird dein Kind auch mal mit auf Tour sein?

Ben Kweller: Ja, auf jeden Fall! Bei dieser Tour ist er zwar noch nicht dabei, aber bei meinen zukünftigen Tourneen wird er dabei sein. Ich möchte nichts verpassen, y'know... seine ersten Worte und solche Sachen. (lächelt) Es ist gut, dass ich und meine Frau noch so jung sind, denn so haben wir noch genug Energie, uns um ihn zu kümmern.
Außerdem möchten wir die nächsten 5 Jahre so viel wie möglich auf Tour gehen, denn wenn Dorian erstmal zur Schule geht, müssen wir uns da natürlich etwas zurückhalten. In 5 Jahren werde ich hoffentlich in der Position sein, nicht mehr ganz so lang auf Tour gehen zu müssen, so dass ich etwas mehr Zeit daheim bei meiner Familie sein kann.


POPCONNECTION:Mit diesen umfangreichen Tourneen meinst du sicherlich vor allem Europatourneen. In den USA müsstest du ja nicht mehr auf Mammuttourneen gehen, um dir Bekanntheit zu verschaffen, denn dort ist dein Bekanntheitsgrad ja schon recht hoch.

Ben Kweller: Ja, sicher. In Frankreich z. B. habe ich in 11 Städten gespielt. Ich wusste vorher nicht mal, dass es dort 11 Städte gibt! (lacht) Auch in Deutschland beispielsweise möchte ich eben nicht nur in 2-3 Städten spielen, sondern möglichst viel rumkommen und bekannter werden. Adam Green, einer meiner besten Freunde und Pate meines Kindes, sagte auch zu mir, dass sein Erfolg vor allem seinen zahlreichen Konzerten zu verdanken sei.


POPCONNECTION: Du hast dich ja im Laufe der Zeit musikalisch sehr verändert. Deine Ex-Band Radish war ja eine Indie-Rock-Kombo, nun hingegen machst du eher ruhigen Folk-Rock. Wie kam diese starke Veränderung?

Ben Kweller: Ich denke, ich bin aus dieser Indie-Rock-Sache einfach rausgewachsen. Ich bin älter und ruhiger geworden, was sich natürlich in meiner Musik widerspiegelt. Es ist mir wichtiger geworden, mit meinen Songs wirklich etwas auszusagen und über Dinge zu schreiben, die jeden von uns etwas angehen. Ich besinge in meinen Songs eben keine Teenagerprobleme mehr. (lächelt) Ich merke auch, dass meine Songs immer simpler und direkter werden.


POPCONNECTION: Einige der Songs, die du am Anfang deiner Solokarriere veröffentlich hattest, erinnern musikalisch noch ein wenig an Radish.

Ben Kweller: Ja, auf meinem ersten Album "Sha Sha" befinden sich zum Teil Ideen, die eigentlich für Radish bestimmt waren. Vor der Veröffentlichung dieses Albums, habe ich eine EP herausgebracht, die "Freak Out, It's Ben Kweller" hieß. Das war meine erste Veröffentlichung nach dem Split von Radish. Zu der Zeit traf ich Adam Green. Wir beide waren total von den Socken, denn mein Coverentwurf für meine CD war fast genauso wie Adams Coverentwurf für seine CD: Mein bzw. sein Kopf mit einem Regenbogen dahinter! Wir beide sagten "Whoa, this is really fucked up!" und wussten von da an, dass wir Brüder sind. (lacht)


POPCONNECTION: Du hast ja auch bereits einige andere namenhafte Musiker getroffen bzw. mit ihnen zusammengearbeitet. Unter anderem hast du Konzerte gegeben mit Evan Dando, Ben Lee und den Strokes. Gibt es andere Leute, mit denen du gerne kooperieren würdest?

Ben Kweller: Ich würde gerne mit Adam ein paar Konzerte geben. Bisher hat das aus zeitlichen Gründen leider nicht geklappt. Abgesehen davon wäre es für mich natürlich der Hammer, mit Legenden wie Tom Petty oder Neil Young aufzutreten. Das würde mir allerdings auch eine Menge Angst einjagen. (lacht)


POPCONNECTION: Gibt es noch andere bestimmte Dinge, die du erreichen möchtest?

Ben Kweller: Hmmm, mein großes Ziel ist es eigentlich, auf der ganzen Welt Konzerte zu geben. Sei es Südamerika, Afrika... überall. Ansonsten möchte ich einfach weiterhin die Möglichkeit haben, Alben zu veröffentlichen und Musiker zu sein. So lange ich Inspiration habe, werde ich auch dazu fähig sein.


POPCONNECTION: Ich kann mir definitiv vorstellen, dass auch in Europa dein Bekanntheitsgrad steigen wird. Denn du schreibst wirklich außergewöhnlich gute Songs, mit denen sich viele Leute identifizieren können.

Ben Kweller: Vielen Dank! Ja, ich versuche Songs zu schreiben, die zumindest mehr Substanz haben als die meisten anderen populären Sachen, die momentan aus Amerika kommen. Die meisten dieser Bands haben einfach keine Aussagen, es ist schrecklich. Hier in Europa ist das nicht ganz so arg. Mein Name kommt übrigens aus Österreich. Ursprünglich wurde er "Queller" geschrieben.


POPCONNECTION: Dein neues Album trägt ja auch deinen Namen, heißt also schlicht "Ben Kweller". Du hast für das Album alle Instrumente selbst eingespielt. Wie kam es dazu?

Ben Kweller: Der Produzent des Albums hatte mich dazu ermutigt und schließlich tat ich das eben. Eigentlich ist das Schlagzeug sogar das erste Instrument, das ich spielen konnte. Mit 8 brachte mein Vater mir das bei. Danach kamen Klavier und Gitarre hinzu. Ich spielte mit meinem Vater oft Beatles-Songs und begann schon als 8-jähriger mit dem Schreiben von Songs. Manchmal wollte meine Mutter, dass ich ihr und ihren Freundinnen ein paar Songs auf der Gitarre vorspielte. Wenn ich das tat, saßen sie dann da mit ihren Bloody Maries und weinten. (lacht)


POPCONNECTION: Deine Musik berührt eben! Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg damit und danke für das Interview!

Ben Kweller: Ich danke auch!


Mehr zu Ben Kweller auf POPCONNECTION

SUCHE
A B C D E F G
H I J K L M N
O P Q R S T U
V W X Y Z 0-9 #
AKTUELLE INTERVIEWS

we_path

The Boxer Rebellion

we_path

William McCarthy

we_path

Nada Surf

we_path

Waxahatchee

we_path

JAPANDROIDS

we_path

DIAGRAMS
ZUFÄLLIG SCHON GELESEN?

we_path

EIGHT LEGS

we_path

ATOMIC

we_path

KULA SHAKER
INTERN EXTERN
Kontakt Facebook
Impressum
Datenschutzerklärung
   © 2018 Popconnection.de | Das Online-Magazin für alternative Popmusik | CMS by webEdition