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DIE KLASSE VON 2005: FRANZ FERDINAND & CO. |
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Foto: Pressefoto |
2005, was war das für ein Jahr! Bands wie Franz Ferdinand, Maximo Park, Bloc Party, Kaiser Chiefs, The Rakes und Editors debütierten mit ihren Platten, segneten den UK mit einer neuen Jugendbewegung und leiteten für den Indie-Rock eine neue Welle ein, die den Beginn des heutigen elektronischen Indie-Hypes darstellt.
Doch erstmal wieder zurück: Mit enorm „applyter“ Pressure stürmten 2005 wieder Bands auf die Bühne, um darauf aufmerksam zu machen, dass sich die Jugend bewegt und sich in ihrem Freiraum bedrängt fühlt. Doch anders als bei Oasis packten diese Bands die Single-Note-Gitarren aus, tauschten den rollenden gegen den Disco-Beat und kreuzten ihn mit Postpunk und dem traditionellen Britpop. Nachdem Blur von der Bildfläche verschwand, um lieber Gorillaz auf die Bühnen zu projizieren und Oasis als einzige Band den Brit-Pop aufrecht erhielten, schien dieser schon längst tot und in der neuen Klasse von 2005 wiedergeboren!
Doch diese Klasse war roher und verspielter. So überzeugten besonders The Futureheads mit zackigen Melodien, die erst nach mehrmaligem Hören funzten. Da klangen The Others dank Alan McGee noch am ehesten nach Oasis. Doch was alle verband war mehr Punk und eine gewisse Affinität zur Kunst und Kunsthochschulen, wie sie damals Pete Townshend pflegte. The Who ist vielleicht am ehesten die Band, an der man den fließenden Übergang vom Mod-Beat, über den BritPop bis zum neuen Indie-Rock erklären könnte. Arbeiterklasse, „clean living under difficult circumstances“ – MODS. Das traditionell englische Ding, auch Franz Ferdinand knüpften daran an, kleideten sich „Mod“ern und brachten die Jugend und besonders die Mädchen wieder dazu, aus der Reihe zu tanzen. Nach „Take Me Out“ und viel „Schampus mit Lachsfisch“ war klar, dass diese Band im Handumdrehen die Massen auch in Deutschland bewegen wird. Zu Recht: Denn welche andere Platte verfügte in diesem Jahr über so viele Hits und überzeugte mit ihrem besonders witzigen Charme. Und das bis heute, besonders nach ihrem hervorragenden dritten Album!
England konnte wieder stolz auf sich sein und die Jugend wurde wieder gefüttert. Schon vor 1994 und Oasis gab es dieses große Loch, dass nach den Libertines wieder aufzuklaffen drohte. Doch 2005 fanden anfangs ein paar Singles, wie „Strasbourg“ von den Rakes, „I Predict A Riot“ und „Hounds Of Love“ von den Futureheads ihren Weg über den Kanal. Jeder einzelne dieser Songs wirkte wie eine Erlösung und erlöste Englands Musikszene aus seiner Lethargie. Wieder war da diese typische britisch Essenz, die zuvor nur Bands wie The Beatles, The Clash und Oasis ausgezeichnet hatte: Du hörst einen Song und bekommst ihn nicht mehr aus dem Kopf. Und kurz nachdem dieses Riot rumgesprochen hatte, schlug die Klasse 2005 ein wie eine Bombe und die Platten der neuen englischen Jugendbands waren hier schon ausverkauft, bevor sie offiziell erschienen waren.
Guerilla-Gigs und Musikumwobene Parties machten die Runde und jede neue Single machte Lust auf mehr. Der neue Hype war geboren und die Frage, ob er morgen wieder vorbei sein könnte, berechtigt. Doch die Vielfalt der Bands und ihre Attitüde und Virtuosität besonders in Rhythmus und Melodik überzeugt bis heute. Oder feiern wir nicht gerade die neue Editors-Platte, warten auf die neuen Songs von Franz Ferdinand oder suchen nach Mädchen, die Gitarre spielen? Auf jeden Fall brachte die Klasse von 2005 den modernen exzentrischen Rock von den Londonder Eck-Kneipen, in Discos und auf Festivals und gab den Bands von heute ihren discotauglichen Anreiz.
Text: Marc Philipp Meyer
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