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Stephen Malkmus And The Jicks - Wig Out At Jagbags

STEPHEN MALKMUS AND THE JICKS

Wig Out At Jagbags
VÖ: 03. Januar 2014
Label:
Domino Records
Autor: Jenny Schnabel

Er war der Prototyp eines 90s-Slackers und hat mit Pavement die Independent-Szene der Neunziger maßgeblich geprägt. Sie haben fünf tolle Alben veröffentlicht und wussten auch, dass man immer gehen sollte, wenn es am Schönsten ist. Und das haben Pavement 1999 getan. Sie wussten auch, dass man alte Sachen nicht aufwärmen sollte und haben sich so aus dem Reunion-Wahnsinn der letzten Jahre rausgehalten (bis auf eine kleine einmalige Reunion-Tour im Jahr 2010). Stattdessen macht Stephen Malkmus nun seit dreizehn Jahren mit seiner Band The Jicks Musik und präsentiert mit "Wig Out At Jagbags" das sechste Album. Damit hat der Ex-Pavement-Frontmann mittlerweile mehr Alben mit den Jicks veröffentlicht als mit seiner ehemaligen Band Pavement. 

Fast zwei Jahre hat Stephen Malkmus für die Arbeiten an "Wig Out At Jagbags" in Berlin verbracht. Hat jetzt auch Malkmus ein Berlin-Album gemacht? Nicht wirklich. Das Album hätte auch genauso gut in Oer-Erkenschwick, Cedar Rapids oder Colchester entstanden sein können. Man hört den Einfluss der Hauptstadt hier genauso wenig wie die von Malkmus genannten Inspirationsquellen. Tatsächlich ist "Wig Out At Jagbags" ein typisches Stephen Malkmus Album und eine konsequente Fortsetzung des von Beck produzierten Vorgängers "Mirror Traffic" aus dem Jahr 2011. Malkmus konzentriert sich auf das, was er am besten kann, anstatt sich und seine Musik neu zu erfinden oder es gar mit den jungen Bands aufnehmen zu wollen. Das muss er auch gar nicht. Malkmus muss niemandem mehr etwas beweisen. Kein Zweifel: "Wig Out At Jagbags" hat viele großartige Songs. Während er auf seinen ersten Solowerken oftmals die Tendenz hatte, in ziellose Jam-Sessions abzudriften, verzichtet er hier auf ausufernde Gitarrenjams. Stattdessen setzt er auf verspielt poppige Melodien, die das Album wesentlich unangestrengter erscheinen lassen. Textlich ist der 47-Jährige herrlich selbstironisch und beschäftigt sich auf "Wig Out At Jagbags" augenzwinkernd mit dem Älter werden. Seine kryptischen Lyrics sind dabei mit wunderbarem Wortwitz und jeder Menge Anspielungen versehen. Er singt von Zimt und Lesben und Surrealen Teenagern, von Mudhoney und Grateful Dead und schwelgt in Erinnerungen an die beste Dekade ever. Und alles mit einer Prise Ironie.

Malkmus hat seinen Frieden mit sich selbst und der Vergangenheit gemacht und blickt versöhnlich auf die alten Zeiten zurück. Auch, wenn viele in ihm immer noch den 90s-Slacker von Pavement sehen, hat er Pavement endgültig ad Acta gelegt. Und das ist gut so. Denn auch, wenn seine Soloalben nicht an die alten Pavement-Alben heranreichen können und es auch gar nicht wollen oder müssen, ist ein gutes Album mit den Jicks besser als ein möglicherweise mittelmäßiges Comeback-Album mit Pavement. Und irgendwann muss man schließlich auch mal mit seiner Vergangenheit abschließen.


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