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David Bowie - Blackstar

DAVID BOWIE

Blackstar
VÖ: 08. Januar 2016
Label:
Columbia/Sony
Autor: Katja Embacher

Mit "Blackstar" veröffentlicht David Bowie sein 28. Studioalbum und beschert damit ein (weiteres) Meisterwerk. Wenn auch eines, dessen Titel den Inhalt auf den Punkt trifft: Selten hat man David Bowie so düster erlebt.

Geisterhafte Vocals erzählen von einer einsamen Kerze in der Villa von Ormen. Raum und Zeit enthoben schweben sie durch jene surreale Songlandschaft, die David Bowie innerhalb der ersten zwei Minuten von "Blackstar" skizziert. Eine bedrückende Dunkelheit, die sich nur kurzzeitig innerhalb der Bridge des 10-minütigen Openers lichtet, bevor der Song in einem anthrazitfarbenen Nebel versinkt.

"Blackstar" wirkt wie der Soundtrack eines Musicals. Oder eine in sieben Akten erzählte Tragödie, die sich als zentrales Gestaltungsmittel des Saxophons bedient. Fiebrig treibt es "'Tis A Pity She Was A Whore" nach Vorne, schwermütig hüllt es "Lazarus" in ein Gewand aus Blei. Es zerbricht "Sue (Or In A Season Of Crime)" mit rasanten Kakophonien in Stücke, so wie es "I Can't Give Everything Away" einen besonderen Glanz verleiht. Bowie pendelt zwischen stimmlicher Fragilität und instrumentaler Fulminanz. Dramatisch, verworren, geheimnisvoll, mit viel Raum für Interpretationen. Diese fallen aufgrund der Intonierung in den meisten Fällen düster aus. Dennoch bleiben sie faszinierend. Bowie eben. In Bestform. Wohl kaum jemand hätte erwartet, dass dieser Mann mit fast 70 Jahren noch einmal ein derartiges Meisterwerk kreieren würde. Eines, das man im Loop hört und das mit jedem Durchlauf zu wachsen scheint. Über sich selbst hinaus. David Bowie ist mit "Blackstar" eines der besten Alben seines Lebens gelungen.

Zwei Tage nach der Veröffentlichung macht sich der Starman auf die Reise zurück in jenen Olymp, aus dem er einst zur Erde fiel. Einige der Puzzleteile, die bei den ersten Durchläufen nicht zusammenpassen wollten, fügen sich ineinander. David Bowie hat gegen den Krebs angeschrieben, sein eigenes Requiem verfasst. "Blackstar" ist sein Vermächtnis an die Welt, mit dem er ein letztes Mal zeigt, was für ein Ausnahmekünstler er ist. War. Bleiben wird. Für immer. "Look up here, I'm in heaven." Möge er dort oben für Furore sorgen.


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