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This Is The Arrival sind vier junge Herren aus dem bayerischen Erding, die mit ihrem zweiten Album "A Million Kicks" hauptsächlich eines, und zwar alles anders machen wollten. Betrachtet man den Vorgänger, so ist es ihnen faktisch definitiv gelungen. Die Unterschiede sind extrem. Sie wollten raus aus dem Indie-Schrammel-Gitarren-Muff und öffneten sich für die elektronischeren Gefilde.
Der Opener "A Million Kicks" wartet mit voluminösem Klang auf. Besonders auffällig ist hier die elektronische Dichte. "Teenage Love" hingegen fällt weniger üppig aus, ist aber richtungsweisend für die erste Hälfte des Albums, die tendenziell sehr gut tanzbare Musik zu bieten hat. Mit zunehmender Spieldauer fällt das Album allerdings immer weiter ab, da die Balance und der Feinsinn für derartige Elektrospielereien fehlen. Als Anspieltipp ist noch "Your Life Starts Right Here" zu nennen.
This Is The Arrival überspannen mit ihren Synthesizern und eintönigen Beatkonstruktionen den Bogen. Die Stimme klingt oft so, als wüsste sie nicht, in welche Richtung es gehen soll. Das Album erweckt insgesamt einen verkrampften Eindruck, weil es ihnen möglicherweise nur darum ging, anders als beim Debüt zu klingen, wenngleich ein gewisses Potential in ihnen schlummert. Sie verlieren sich in elektronischen Basteleien und verzetteln sich so sehr, dass Melodien viel zu kurz kommen. Das Album ist nicht besonders abwechslungsreich. Musik und Texte wirken recht seicht, die englische Aussprache ist gewöhnungsbedürftig.
Der Gesang wurde bereits mit einer Mischung aus Bon Iver'schem Filigran, der Quirligkeit HotHotHeats und den bohèmen Qualitäten Robert Smiths verglichen. Ich rate bei derlei Beschreibungen zur Vorsicht und habe viel zu großen Respekt vor Musikern dieser Größenordnung. Selbst wenn man kein Liebhaber von The Cure ist, wäre meine Ehrfurcht zu groß, um solche Äußerungen in die Welt zu posaunen. Diese Aussagen muten schnell anmaßend und vermessen an.
Der Schritt der Band, ein derartiges Album aufzunehmen, ist eigenwillig. Die eine Meinung sagt, es ist mutig. Die andere entgegnet, dass dies Quatsch sei, schließlich haben kleinere Bands wie Ghost Of Tom Joad oder Größen wie Editors, Muse oder Placebo sich bereits dieser Stilmittel bedient. Diese Wege wurden zweifellos schon gegangen, ohne Wenn und Aber in einer ganz anderen Preisklasse.
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