Die schottische Band Sons
And Daughters ist wohl hauptsächlich bei den eingefleischten und eher
anspruchsvollen 60s-Fans bekannt. Ihr aktuelles Album "This Gift"
ist eine Mischung aus textlicher Düsterheit, rockigem 60s Sound und
einer zum Teil lieblich klaren aber auch punkig klingenden Stimme von
Sängerin und Keyboarderin Adele Bethel.
Produzent Bernard
Butler, der schon bei Suede ordentlich in die Seiten gehauen hat,
verhalf dem Glasgower Quartett auf ihrem dritten Album zu eindeutigeren
Songstrukturen und verweigerte größere musikalische Ausschweifungen. So
kommen die Songs auf den Punkt und hier und da sind Ansätze von kleinen
"OHHH"-, "NANA"- oder "LAAAA"-Hooks zu erahnen (Bsp. "Rebel With The Ghost"), die aber die Kaiser Chief weit aus besser zu präsentieren wissen.
Auffällig
sind die zum Teil direkten, eingängigen, mit wirklich interessantem
Sound versehenden Gitarrenriffs. Drums und Bass machen einen guten
spartanischen und groovenden Job, der die Songs tanzbar macht und den
Kopf zum Mitwippen zwingt. Der Sound dieses Backgrounds lässt einen in
Erinnerungen der 60s schwelgen oder wie man in der heutigen Scene so
sagt, das klingt echt garagemäßig. Über allem schwebt schließlich die
weibliche Stimme, die von einem männlichen Chor an diverser Stelle
untermalt bzw. unterstützt wird oder auch mal ein wiedererkennbares
Gitarrenthema ersetzt. Für meinen Geschmack ist die Stimme zu sehr im
Vordergrund. Sie sticht einem klar ins Gehör und ist so anders als der
Sound drum rum. Sons and Daughters macht aber genau diese kontroverse
Mischung aus und besticht dadurch ihre Fans.
"This Gift"
präsentiert 12 tanzbare und groovende Nummern, die man immer mal wieder
hören muss, um sie schließlich zu lieben. Liebe auf den ersten Blick
gibt's nur selten im Leben und so verhält es sich wohl auch bei diesem
Silberling. Also hören hören hören...