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Wenn man diese Platte das erste Mal einlegt, ist die Überraschung groß. Die Drums poltern, der Bass drückt und die Gitarren schweben zwischen dreckiger Garage und zwingenden Rock'n'Roll-Riffs. Die erste Assoziation ist sehr vertraut und spätestens beim Einstieg des Gesangs muss klar sein: Das ist die neue Kilians-Platte! Ein kurzer Blick in den Promotext und wieder ist Dinslaken im Spiel. Vielleicht hat der gute Simon mit seiner einprägsamen Stimme ein Nebenprojekt ins Leben gerufen und man hat das Gefühl dieses Projekt scheint besser zu sein als alles was seine Band im letzten Jahr zustande bekommen hat. Doch dies sind The Rumours, eine junge, frische Band aus Deutschland, die aufgrund ihres Eklektizismus-Gehabes dann wohl doch leider nicht mehr so frisch klingt.
Vielleicht mag es aber an der Freundschaft zu den Kilians oder an der Heimatstadt liegen, die diesen Musikstempel unbewusst aufdruckt. Vielleicht ist es aber auch die Erfolgsmaschinerie. Ersteres ginge noch in Ordnung, zweites eher weniger. Doch, wenn man dieser Platte lauscht und sich frei macht von dem "Dinslaken-Kilians-Der-Hype-klappt-sicher-wieder-Faktor", ist dieses Debüt der absolute Wahnsinn. Denn die Songs sind stimmig, das Songwriting ein Spaßgarant und die Melodien absolut catchy. Schon der Opener "Like A Cat On A Hot Tin Roof" besticht mit dreckigen Ohrwürmern und zieht dich so in den Bann, dass selbst, wenn du müde bist, jetzt die Lust verspürst, die ganze Nacht mit dieser Platte durchzufeiern. Selten hört man ein Debüt, das in sich so stimmig ist. Die Songs zelebrieren den jungen Rock'n'Roll, wecken Reminiszenzen an die guten alten 60er und wirken nie langweilig. Es gibt kein schlechtes Stück und spätestens jetzt ist klar: Dies ist die Platte, die unsere Herren Kilians mit ihrem Zweitwerk hätten machen müssen! Also ein dickes Kompliment an das neue Dinslaken.
Ende 2009 sind The Rumours in das Förderprogramm der Initiative Musik der Bundesregierung aufgenommen worden. Es kann einen nur freuen, dass eine so junge Band gefördert wird. Doch frei nach dem Namen der Band und den starken Parallelen zu den Kilians, darf schon gemunkelt werden, ob da jemand auf den damaligen Hype der Kilians aufspringen wollte. Vom Hang zum Eklektizismus können sich The Rumours jedenfalls nicht freisprechen. Denn er findet sich leider in zu vielen Songs. So ist die Bass-Melodie bei "All Is Nothing" wieder mal von Iggy Pop und seinem Hit "Lust For Life" geklaut, die noch bei JET für Erfolg sorgte, aber spätestens jetzt abgenutzt sein dürfte. Doch dies ist vielleicht auch jetzt soviel Popmusikjournalismus. Denn rein der Musik wegen ist klar: Diese Platte ist toll, keine Frage! Aber für ein Förderprogramm der Bundesregierung muss man fairerweise sagen, gibt es bessere, innovativere und authentischere Bands in Deutschland. Doch immerhin will das Land den Rock'n'Roll und das ist mehr als gut so.
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