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The Maccabees werden erwachsen. Mit seinem dritten Album "Given To The Wild" versucht das Quintett aus London erstmalig, sich selbst und seinen ureigenen Sound zu definieren. Und was tut man, während man erwachsen wird? Man orientiert sich an jenen, die bereits groß sind. An Vorbildern. Idolen. Role Models.
The Maccabees scheinen sich Coldplay als Leitbild vorgeknöpft zu haben. Orlando Weeks' fragiler Gesang spielt mit verträumten Harmonien, andächtige Momente balladesker Ruhe werden jäh unterbrochen durch das Aufbäumen von Bläsern und Drums. Ein Treiben zwischen Pathos und Pomp. Nichtsdestotrotz bewahrt sich "Given To The Wild" genug Eigenständigkeit, um The Maccabees nicht als Rip-Offs zu deklassieren. Und gottlob konzipieren die fünf Briten auch keinen kommerzversprechenden Stadionrock. Nein, das hier ist ehrlicher und gut gemeinter Pop.
Genau hier liegt auch der Hase im Pfeffer: Mit "Given To The Wild" meinen es The Maccabees ein wenig zu gut. Auf der Suche nach dem individuellen Sound verliert man sich in einem zeit- und raumlosen Netz aus (scheinbarer) Leichtigkeit. Irgendwo in diesen unendlichen Weiten verschwindet auch die Charakteristik der Songs. Es ist so, als würde man eine Flasche sündhaft teuren Duftwassers öffnen und einen Augenblick olfaktorischer Ekstase erleben. Sekundenbruchteile später stellt man ernüchtert fest, dass das Odeur verflogen ist. So muss sich Süskinds Grenouille gefühlt haben, als er auf der Suche nach
der Konservierung des perfekten Duftes war. Ähnlich ergeht es dem Hörer, der nach Verhallen der letzten Klänge von "Grew
Up At Midnight" feststellt, dass er sich an kaum einen Song des Albums
erinnern kann. Festhalten oder rekonstruieren lassen sich die Tracks nicht. Das Mysterium des Ephemeren. "Nothing lasts forever". Damit bringen die Maccabees in "Forever I've Known" das Dilemma auf den Punkt.
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