"Káligma"...ein exotisch
klingender Name der neugierig macht. Wer bei diesem Wort allerdings an
Träume aus 1000 und einer Nacht denkt, der irrt - oder vielleicht auch
nicht. Denn Káligma ist eine Band aus dem nordischen Oldenburg, die uns
dieser Tage mit einem herrlich verträumten Debütalbum beglückt.
Das
selbstbetitelte Album der Band besticht durch musikalische
Andersartigkeit: Jazzelemente in Kombination mit amtlichen
Gitarrenriffs. In erster Linie instrumental getragen und nur
fragmentarisch durch Textpassagen unterbrochen, kreieren die Jungs eine
sehr eigenwillige Symbiose aus Sound und Gesang. Die Vocals werden
nicht durch den Klangteppich getragen, sondern scheinen in diesen
eingearbeitet zu sein. Die Stimme als Instrument, das keinen eigenen
Raum benötigt, sondern sich nahtlos in das Zusammenspiel aus Gitarren,
Bass, Synthezisern und Schlagzeug einreiht. Diese Konstruktion lässt
die Vocals auch eher wie die Stimme in einem Traum wirken. Worte, die
man unbewusst aus der Ferne wahrzunehmen scheint, ohne sie wirklich zu
verstehen. Eine Art von Geheimnis, dass Kàligma durch ihren verträumten
Sound zu schützen scheinen und das die Magie der Songs ausmacht.
Mein
Blick fällt auf das Artwork des hinteren Booklets. Ein Layout, das den
akustischen Inhalt des Albums beinah originalgetreu visuell
widerspiegelt: Schneebedeckte Äste, ineinander greifend, in sich
verzweigt. Fast wie ein Netz. Genauso klingen die Songs auf "Káligma".
In immer enger werdenden Kreisen ziehen sich die Klangfäden um den
Hörer, so dass am Ende ein fein gesponnenes akustisches Geflecht
entsteht, in das man sich nur allzu gerne fallen lässt.
Mit seinen insgesamt elf Songs nimmt "Káligma"
den Hörer mit auf eine wundersam verträumte Reise. Eine
gedankenverlorene Autobahnfahrt, bei der sich diverse Landschaften vor
dem inneren Auge abwechseln. Ein Album zum durchatmen für die ruhigeren
Momente, Phantasiefutter für die Gedanken. Der ideale Zufluchtsort für
die hektischen Tage zwischendurch.