Amerika ist nicht nur das
Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern auch das Land der
Singer/Songwriter. Mit Josh Ottum schicken die Amis einen Künstler über
den großen Teich, der sich von den Durchschnitts-Singer/Songwritern der
letzten Jahre abgrenzt. Ein Musiker, den man nicht einfach in die
Sparte "Gitarre/Gesang" packen kann, denn dafür sind seine Arrangements
viel zu vielschichtig und weitläufig. Bei Josh Ottum handelt es sich um
einen Künstler, der das Genre völlig neu definiert und der Kreativität
freien Lauf lässt.
Gemeinsam mit Musikern wie Pedro The Lion,
Sufjan Stevens Band, Laura Veirs und Rosie Thomas, die allesamt in der
Musikszene von Seattle keine unbeschriebenen Blätter mehr sind, hat
Josh Ottum sein Debüt-Album "Like The Season" aufgenommen.
Herausgekommen ist ein vielseitiges Album, dem stilistisch keine
Grenzen gesetzt sind und das von Kritikern gern den Stempel
"postmodern" aufgedrückt bekommt. Und dies ist gar nicht so abwegig,
denn Josh Ottum bedient sich verschiedenster musikalischer Stilelemente
quer durch alle Epochen der Musikgeschichte und kreiert somit einen
recht künstlerischen und eigenwilligen Sound. Mit einer ausgefallenen
Instrumentierung, die durch abrupte Rhythmuswechsel geprägt ist,
gelingt es ihm einen Klangteppich zu erzeugen, der verschroben und
sonderbar klingt, aber dennoch eingängig bleibt. So kommt "The Easy Way Out"
auf der einen Seite wie eine leichte Beatles-Nummer daher und auf der
anderen Seite ist der Song so verschachtelt, dass es den Anschein
macht, als wäre er aus mehreren Songs zusammengestrickt. Das
kompositorische Zusammenspiel aus Keyboards, mehreren Schlagzeugen,
Blechbläsern, Gitarre und dem zarten Gesang von Josh Ottum schafft
einen eigenständigen Sound, der jedem Song eine individuelle Stimmung
verleiht: Mal groovig, mal melancholisch und manchmal etwas verworren.
"Like The Season"
ist ein Album, das aus vielen Bausteinen besteht und sich letztendlich
zu einem Ganzen zusammenfügt. Ein interessantes Stück Popmusik der
Gegenwart.