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Schon wieder ein neues
Solo-Projekt von Paul Banks? Könnte man meinen, denn beim ersten hören
klingen Dial M for Murder! nach einer tanzbaren Lo-Fi-Version von
Interpol. Die zwei jungen Schweden darauf zu reduzieren wäre aber zu
kurz gegriffen und ist auch nicht negativ gemeint. Nachdem sie Ende
2008 mit einer Single in Kennerkreisen bereits für Furore gesorgt
haben, liefern sie nun mit ihrem Debüt "Fiction Of Her Dreams"
ein sattes Stück Retro ab. Die Referenzen hört und sieht man,
Inspiration wird aus der Post-Punk- und Dreampop-Ästhetik von Joy
Division und den Chameleons bis heute geschöpft. An Begriffe wie
"ausgelutscht" denkt man da gar nicht, wenn das Ganze so überzeugend
gemacht ist wie hier.
Um noch mal den Vergleich zu Interpol zu
ziehen: Wie jenen gelingt es Dial M For Murder!, innerhalb eines
ziemlich düsteren Rahmens eine wohltuende Vielfalt einzubringen und den
Bogen zu spannen zwischen schwermütigen und in gewisser Weise
upliftenden Songs. Mit einem typisch reduzierten Setup, bestehend aus
Gitarre, Bass, altem Synthesizer und einem wohl noch älteren
Drumcomputer erschaffen sie ihre eigene Interpretation der 80er:
Analog, dreckig, monoton und zugleich ansteckend melodiös. Abgerundet
wird dieser – Verzeihung – geile Sound von einer verhaltenen und doch
kraftvollen Stimme, die nicht gerade von der Sonnenseite des Lebens
erzählt. Wie erwähnt bietet die Platte beides: Nummern, bei denen man
sich nur noch unter der Bettdecke vergraben möchte ("NYC", "You Said") und solchen, die auch im Club vorstellbar wären ("Hell No", "Do You Think So? I Don't", "The Mourning Comes The Morning After"). Letztere sind definitiv die Highlights des Albums.
Sicherlich ist auch "Fiction Of Her Dreams"
alles andere als progressive, moderne Rockmusik. Sei's drum, es klingt
verdammt gut und hat nicht nur einen eigenen Stil, sondern auch Stil im
allgemeinen. Deswegen: Daumen hoch!
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