|
Gut zwei Jahre ist es her, dass The Big Pink mit ihrem Debütalbum "A Brief History Of Love" für Furore sorgten. Mit seinem kometenhaften Einschlag in der Musiklandschaft der Indie-Shoegaze-Gemeinde wirbelte das Duo Furze/Cordell nicht nur eine Menge Staub auf, sondern errichtete auch eine hohe Messlatte, die nun unweigerlich zum Vergleich des Nachfolgers "Future This" herangezogen wird.
Ob es allein dem Fakt zu hoher Erwartungen geschuldet ist, dass "Future This" trotz eines energetisch-optimistischen Einstiegs mit "Stay Gold" und dem beinah hymnenhaften "Hit The Grund (Superman)" nicht so wirklich zünden will, sei an dieser Stelle dahin gestellt. Vielleicht liegt es vielmehr an der routinierten Solidität, mit der der Longplayer zusammengeschweißt wurde. The Big Pink wissen nun mal, wie man hitverdächtige Songs kreiert. Cordell drängt es hinaus auf den Synthiespielplatz, den er kennt, wie seine Westentasche. "Future This" besticht durch präzise entwickelte Effekte, deren Bandbreite vom dumpfen Schnarren über spannungsgeladenes Surren bis hin zum fiebrigen Flirren reicht. Gekonnt kontrastieren dazu weiche Harmonien, über denen die hallunterlegten Vocals von Robbie Furze dahin gleiten. Keine Frage: Jeder Track in sich birgt Airplay-Potential. Im Kollektiv des Albums dagegen zerfließen die Songs in eine ecken- und kantenlose Masse, in der sich Einzel- und Besonderheiten nur schemenhaft abzeichnen. Das Schlimme daran: Am Ende der Laufzeit vermag man kaum noch, sich an den Beginn von "Future This" zu erinnern.
Es scheint, als hätten The Big Pink bei "Future This" dem Kopf die Steuerung überlassen. Leider reicht durchdachte Solidität nicht aus, um die Größe von "A Brief History Of Love" zu erreichen. Es ist nicht nur das Zusammenspiel aus Muskeln und Technik, der den Sprung über die Messlatte ermöglicht. Es ist das Herz. Und das scheint "Future This" irgendwo im akribischen Präzisionsgefrickel auf halber Strecke abhanden gekommen zu sein.
|
|