Die Zeit ist reif für ein bisschen Tanzbarkeit! Voicst schreiben sich Pop in Großbuchstaben auf die Fahnen und hissen diese im Sturm bunt gemischter Instrumentarien, Testsieger erinnern fantasievoll und energetisch an die NDW, während sich die Mädels von Marsheaux ausgiebig an den Syntiereglern austoben.
Das niederländische Trio Voicst hat alles auf eine Karte gesetzt. Ihr komplett selbst finanziertes Debüt "A Tale Of Two Devils"
besticht durch eine locker-leichte Tanzbarkeit und eine breite
Instrumentierung: Folkige Banjos, triumphierende Trompeten und
verträumte Geigen sorgen für einen abwechslungsreichen Sound, der sich
schnell in den Gehörgang spielt - und genauso schnell wieder
verschwindet. In ihrem Heimatland konnten sich Voicst mit "A Tale Of Two Devils"
bereits die Pole-Position der Alternative-Charts sichern. Um
international an der Spitze mitfahren zu können, muss das Trio
allerdings noch einen Zahn zulegen. Auf gesamter Länge verliert sich
das Album nämlich leider im Mittelfeld.
Anspieltipps: A Year And A Bit, Everyday I Work On The Road, Two Devils
TESTSIEGER
Laguna Fantasia
VÖ: 11. September 2009 Label: Freunde der analogen Revolution
Viva la Electropunk! Was
einst mit DAF begann, führen heutzutage Egotronic, Mediengruppe
Telekommander oder eben Testsieger fort. Das neue Album des
norddeutschen Duos im Bad-Taste-Golfer-Outfit hört auf den Namen "Laguna Fantasia"
- und klingt auch genau so. Zackige Beats, verschrobene Synthies und
Texte, die durch ihre Ironie und ihren zum Teil verstörenden Charakter
an die guten alten Zeiten der NDW erinnern. Auch, wenn diese
Kombination unterm Strich nicht neu ist, so erweist sich "Laguna Fantasia"
doch als ein leckerer Soundtrack für ausdauernde Night-Outs. So sexy
und schweißtreibend, dass man nicht anders kann, als popowackelnd zu
brüllen: "Ich tanze!"
Marsheaux sind der Beweis dafür, dass auch Frauen sich bestens mit Technik auskennen. Auf ihrem aktuellen Longplayer "Lumineux Noir"
werkeln und schrauben Marianthi und Sophie gekonnt an ihren Synthies
und verfügen neben einem Händchen für den punktgenauen Einsatz der
Elektronik über ein untrügliches Gespür für große Pop-Melodien. Dabei
zieht das Duo alle Register: Von zuckersüßem Lollipop-Charme bis hin zu
unterkühlt-lasziver Erotik. Durch den weichen Einsatz der Vocals
gelingt es Marsheaux, dem Album trotz elektronischer Basis eine
herrlich sanfte und warme Note zu verpassen. Fazit: "Lumineux Noir" ist eine Platte, die die Nacht nicht nur erleuchtet, sondern regelrecht zu glühen scheint.
Anspieltipps: Summer, Radial Emotion, Destroy Me, So Far