Musikalisches Triple aus Skandinavien: Alarma Man legen ihr Zweitlingswerk vor, Norma überzeugen mit einem vielschichtigen Klanggeflecht zwischen Eingängigkeit und Kauzigkeit und Marie Fisker verzaubert mit bittersüßer Melancholie.
Vier Jahre ist es her, dass Alarma Man mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum den so genannten instrumentalen "Mathpunk" definierten und damit viel Kritikerlob ernteten. Nun legen die Jungs aus dem schwedischen Göteborg mit "Love Forever" ihren Nachfolger vor. Ein düsterer Gesang (im Gegensatz zum instrumentalen Vorgänger) trifft hier auf vertrackte Songstrukturen und schwer zugängliche Kompositionen. Wo es anderen Kollegen wie beispielsweise The Mars Volta oder Sonic Youth jedoch gelingt trotz aller Vertracktheit komplexe Soundlandschaften zu erschaffen, verlieren sich Alarma Man auf ihrem Zweitlingswerk leider allzu oft in einem ambitionslosen Soundbrei und langweiliger Monotonie. Für den Zuhörer wird "Love Forever" auf Albumlänge überaus anstrengend und zerrt zunehmend am Nervenkostüm, so dass man nach einer Gesamtspielzeit von nur knapp 35 Minuten froh ist, am Ende angelangt zu sein. Leider ist die mathematische Gleichung diesmal nicht aufgegangen.
Anspieltipps: Cabin In The Woods, Arrow, Nightwolf
Fast hätten die acht Songs auf "Book Of Norma" nie den Weg in die Ohren der geschätzten Musikhörer gefunden, denn gerade mal sechs Monate nach ihrer Gründung im Jahr 2005 wurde das Projekt Norma wegen interner Streitereien ad acta gelegt und bald darauf glücklicherweise wieder aufgenommen.
Mit einem hohen Anspruch an ihre Kunst setzen die Herren aus Schweden auf einen zwar eingängigen aber zugleich auch kauzigen Sound und haben dabei stets ein gutes Gespür für große aber dennoch unaufdringliche Melodien. Mit einer minimalistischen Instrumentierung aus Drums, Synthies und Gitarren schaffen sie es einen pompösen und atmosphärischen Soundteppich zu kreieren. Ihre überaus vielschichtige Musik lässt sich nur schwer in eine Schublade stecken und der Versuch würde dem musikalischen Anspruch der Band auch nicht gerecht werden. Vielmehr ist "Book Of Norma" eine 45minütige Reise durch Klangwelten aus Indie-Rock, Electro, Krautrock und Ambient - völlig unkommerziell aber trotzdem den Nerv der Zeit treffend.
Ein Jahr nach der Veröffentlichung von "Ghost Of Love" in ihrer Heimat Dänemark hat es das viel umjubelte Debütalbum von Marie Fisker nun auch endlich in die deutschen Plattenregale geschafft.
Mit viel Hingabe führt sie den Hörer durch zehn sanft-melancholische Songs, die ein durchgängig langsames Tempo aufweisen und eine schwermütige Grundstimmung transportieren. Im Mittelpunkt steht das kunstfertige Songwriting der dänischen Musikerin. Die Instrumentierung bleibt dabei stets dezent und unaufdringlich im Hintergrund und schafft somit viel Raum für Marie Fiskers eindrucksvolle Stimme.
Mit "Ghost Of Love" ist ein bemerkenswertes Album entstanden, dass sich jenseits von herkömmlichen Popsongs und massenkompatiblen Sounds bewegt, sondern zeitlos und authentisch ist. Ein bezauberndes Stück anspruchsvolle Popmusik.
Anspieltipps: Hold On To This For A While, My Love My Honey, Devil Tear, City Lies