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Am Freitag, dem dritten Tag des diesjährigen Reset-Festivals, stand nach Kunstausstellungen und Co. endlich die Musik im Mittelpunkt des Geschehens. Nach dem Nachmittagsprogramm, bei dem in einem umfunktionierten Eisenbahnwagon Künstler wie Herr Hund auf den Abend einstimmten, ging es in der Clubschiene selbst weiter.
Beim Opener Dewanto lief noch alles wie geschmiert und trotz der Konkurrenz zu den zeitgleich stattfindenden Fußball- und Basketballländerspielen war der Raum gut gefüllt. Fünfundvierzig Minuten nach der eigentlich angedachten Zeit ging es mit der Fünferkombo los. Neben Bekanntem wie zum Beispiel "Monster" ließen Dewanto hauptsächlich Neues auf das Publikum los. Die alten Songs wurden stattdessen in Form von CDs an das Publikum verschenkt. Man merkte der Band an, dass sie ohnehin viel lieber neueres Material spielen wollten und so fand zum Beispiel "Golden Days", für das sich die Band Carlo Strikkeling an der zweiten Gitarre auf die Bühne holte, besonderen Anklang. Dieser wird übrigens Produzent des nächsten Dewanto-Albums sein. Beeindruckend war auch "Le Choc", das nach einem ruhig angelegtem Anfang richtig Fahrt in Richtung Elektro aufnimmt und der Tanzbarkeit entsprechend Resonanz beim Publikum fand. Das Publikum hätte gern mehr gehört, aber auf die Zugabe-Rufe konnten Dewanto aufgrund des Zeitverzugs leider nicht reagieren.
Nach einer recht langen Umbaupause betraten Ton 8 die Bühne und legten nach dem Vortrag eines Gedichts eher unzufrieden und ohne den zweiten Sänger René, dafür aber mit Keyboard-Frau los. Die Unzufriedenheit basierte auf technischen Problemen, die den Auftritt zu einem "Quickie" machten. Nach vier Liedern war alles schon wieder vorbei. In Erinnerung bleibt auf jeden Fall der Ton 8-Hit "Schneller", der super ankam, aber leider auch nicht über den viel zu kurzen Auftritt hinwegtrösten konnte.
Nach Mio Myo, deren Musik in Richtung Radiohead tendiert, dabei aber weniger eingängig ist, betraten schließlich die Racquets (ehemals Know Skools) die Bühne und lieferten mit Dub-Elementen gespickten Postrock ab. Dabei stand vor allem das Schlagzeug sehr im Vordergrund und das mit Recht.
Am Samstagabend wurden Videoclub und Herrenmagazin als Hauptacts auf die Bühne gebeten. Die Münsteraner von Videoclub, dessen Mitglieder sich mittlerweile über mehrere Städte verstreut haben, wussten von Beginn an mit ihrem frickeligen Indie-Rock zu überzeugen. Dabei setzte die Band ausschließlich auf neue Songs, die im Ganzen wesentlich düsterer und verspielter daherkamen, aber dennoch durch die Mischung von englischen und spanischen Texten und durch die musikalische und soundtechnische Vielfalt bis hin zum Einsatz eines Saxophons abwechslungsreich, eingängig und tanzbar blieben.
Im Gegensatz zu Videoclub setzten Herrenmagazin im Anschluss auf Altbewährtes und lieferten ohne viel Schnickschnack und Soundgetüfftel ein solides und sympathisches Rockset ab. Die deutschen Texte irgendwo zwischen Tomte und Jupiter Jones gefielen dem Publikum, das an diesem Abend noch zahlreicher als am Vorabend vertreten war.
Wieder einmal ist es dem Reset gelungen, zwei abwechslungsreiche Konzertabende zu bieten. Eine Fortsetzung in 2012 ist unbedingt erbeten!
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