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POPCONNECTION - Konzerte - Noel Gallagher's High Flying Birds - 19. März 2015, Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf
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KONZERTE
Noel Gallagher

NOEL GALLAGHER'S HIGH FLYING BIRDS

19. März 2015, Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf
Autor: Katja Embacher
Foto: Lawrence Watson

Meine Damen und Herren: Verneigen Sie sich vor dem Mastermind! Noel Gallagher gibt sich in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric Halle die Ehre, um gemeinsam mit seinen High Flying Birds sein neues Album "Chasing Yesterday" live vorzustellen. Ein "Muss" für Oasis-Fans, für Fußballfreunde, für Kenner gut gemachter Gitarrenmusik, ach, eigentlich für jeden, der ein wenig auf sich und seine musikalische Sozialisation gibt.

Das scheinen sich auch die Anhänger des Mancunians gedacht zu haben. 5.000 Fans haben sich in der Halle eingefunden, als Gallagher und Co. um 21 Uhr die Bühne betreten. Der Saal wird überwiegend in blaues Licht getüncht. Auf der Leinwand im Hintergrund unterstützen unaufdringliche Bilder das musikalische Geschehen: Fotos, ein rotierendes Kettenkarussell, animierte Striche, die im Takt der Musik über die Wand huschen. Der Fokus liegt klar auf musikalischer Wertarbeit, nicht auf schmückendem (oder gar ablenkendem) Beiwerk. Alles andere hätte bei Noel Gallagher auch gewundert. Dieser konzentriert sich auf das Wesentliche. So auch auf die konsequente Einhaltung des Spielplans, der - identisch zu den Vorgängerkonzerten – den Fokus auf die Präsentation neuer Stücke legt. Dass große Überraschungen somit ausbleiben, tut der Stimmung in der Halle keinen Abbruch. Fußballerische "Olé"-Gesänge und "Noel"-Chöre zwischen "(Stranded On) The Wrong Beach" und "Everybody's On The Run" stimmen vor "Fade Away" auf das erste von fünf Oasis-Stücken ein. Hier wird klar, dass das Gros des Publikums auf eben genau diese Momente gewartet hat. Auch, wenn wohl jeder der Anwesenden Noel Gallaghers Soloarbeit gebührenden Respekt zollt: die Erinnerungen an  Zeiten, in denen man zu Songs der "besten Band der Welt" gelacht, geweint, sich geprügelt und sich geliebt hat, sitzen tief – und wollen zelebriert werden. Mit gen Himmel gereckten Armen, lautstarker stimmlicher Unterstützung und Bierspritzern auf den Parkas. Dass man dennoch auch die Solowerke des Oasis-Masterminds feiern kann, zeigen Stücke mit Mitspringcharakter wie "Lock All The Doors" oder "You Know We Can't Go Back". Ein besonderes Schmankerl bietet der Bläsereinsatz bei Songs wie "Riverman", "The Death Of You And Me" oder "Dream On", der für einen fulminanten Sound sorgt.
 
Zwischenzeitig unterhält Noel Gallagher mit seinem trockenen Mancunian-Charme. Den Wunsch nach "Talk Tonight" lehnt er höflich mit der Begründung ab, diesen Song bereits auf der letzten Tour gespielt zu haben. Der Frager dürfe aber gerne wiederkommen. Vielleicht spiele er ihn beim nächsten Mal. Die Frage, wo denn der Hübsche sei, watscht er mit der Antwort "Also in deiner Familie ganz sicher nicht!" ab. Auch in Punkto eigener Familie kann sich der Manchesteraner eine Spitze nicht verkneifen, denn
die Antwort auf die Frage, wo denn sein Bruder sei lautet: "Der sitzt zu Hause und schaut in den Spiegel". Latent schwelt er also immer noch, der Bruderzwist, der um eine geworfene Pflaume entbrannte. Damit schwinden auch wohl die Chancen auf eine Oasis-Reunion – egal, wie sehr sie die Fans sich auch wünschen mögen.

Dennoch: Sie geben nicht auf. Anstatt eine Zugabe zu fordern, stimmen die Anwesenden "Don't Look Back In Anger" an. Noel und seine High Flying Birds erwidern mit dem gewünschten Oasis-Klassiker und werden dabei
lautstark durch das Publikum unterstützt. Im Gegensatz dazu sorgt "The Masterplan" zwar für ein glückseliges Grinsen auf den meisten Gesichtern, wird jedoch leider nicht so stark abgefeiert, wie man es sich bei diesem Song gewünscht hätte.

Eineinhalb Stunden lang zieht Noel Gallagher sein eigenes Ding durch. Konsequent und souverän. Das alles funktioniert auch sehr gut ohne die Unterstützung des kleinen Bruders. Mit der Vergangenheit im Revers umarmt er die Gegenwart. Als die letzten Akkorde verhallen geht auf der Leinwand der Bühne ein Konfetti-Regen hernieder. Der Masterplan des Masterminds ist aufgegangen.



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