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Wenn sich eine Band "The Muslims" nennt, so ist nach 9/11 der Skandal schon fast vorprogrammiert. Doch ist dies von den vier Kaliforniern bei der Namensgebung in gar keiner Weise intendiert gewesen. Man findet den Namen einfach nur interessant und originell und denkt zu diesem Zeitpunkt nicht, dass es mit dem Bandnamen irgendein Problem geben könnte. Falsch gedacht! In ihrer Heimatstadt San Diego stört sich zwar damals niemand an ihrem Bandnamen, doch als die Band anfängt überregional zu touren und sich einen Namen zu machen, kommt es zunehmend zu rassistischen Beleidigungen und ignoranten Anfeindungen wegen ihres Bandnamens. Das nervt so sehr, dass sie sich entschließen diesen leidigen Namen et acta zu legen und sich in "The Soft Pack" umzubenennen. Als Seitenhieb an all diejenigen, die in alles etwas hineininterpretieren müssen, machen sie jedoch keinen Hehl daraus, dass es sich bei ihrem neuen Bandnamen nicht um eine bestimmte Art von Zigarettenschachtel handelt, sondern um die englische Artikelbezeichnung für einen schlaffen Dildo.
Gegründet hat sich die Band 2007 in San Diego. Die beiden musikverrückten Freunde Matt Lamkin (Gesang) und Matty McLoughlin (Gitarre) haben genug von den ganzen Bands in ihrer Heimatstadt, die alle klingen wie die englischen New Wave Bands der 80er. Was sie wollen ist eine Band, die simple, catchige und smarte Rock-Songs spielt. Nachdem Matt und Matty etwa ein Jahr lang mit wechselnder Besetzung an Bass und Schlagzeug musizieren, finden sie mit Dave Lantzman (Bass) und Brian Hill (Schlagzeug) zwei adäquate Mitmusiker, die die Band schließlich komplettieren. Nach zwei EPs ("The Muslims" und "Extinction") sowie Support-Shows von namhaften Bands wie u. a. The Last Shadow Puppets, Bloc Party und Franz Ferdinand erscheint im Februar 2010 ihr erstes selbstbetiteltes Album auf dem US-Label "Kemado".
Musikalisch bewegt sich das Quartett zwischen Garage-Rock und Post-Punk-Pop in bester Drei-Minuten-Manier, was mal nach den Stooges, mal nach den Strokes und mal nach Velvet Underground klingt. Sicherlich nichts Neues, ein simpler und schrammeliger Sound, aber dennoch gut gespielt und produziert. Songs, die vordergründig für die Bühne gemacht sind, wo sie ihre wahre Energie erst richtig entfalten. Um die Energie ihrer Live-Shows auch auf der Platte einzufangen, entscheiden sich The Soft Pack dazu, das Album komplett live einzuspielen. Als Produzent holen sie sich Eli Jennings in Boot, der seines Zeichens Mitbegründer der 90er Jahre-Indie-Rock-Kapelle Girls Against Boys ist. Er fabriziert gemeinsam mit der Band ein klassisches "30-Minuten-Debütalbum" wie beispielsweise Television's "Marque Moon" oder The Fall's "Live At The Witch Trials". Kritiker und Fans loben das Debütalbum der Jungs aus Kalifornien sogar bereits zum "besten Garage-Rock-Debütalbum 2010". Man darf also gespannt sein, ob sie es schaffen werden, sich einen Namen mit ihrer Musik zu machen.
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