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"The Next Big Thing" -
welcher Band aus Großbritannien wurde dieses Etikett noch nicht
angeheftet? Schließlich wartet man doch seit den Beatles auf eben jene
Wiederholung der Musikgeschichte. In aller Munde ist derzeit ist die
Londoner Band The Rifles, die spätestens nach der VÖ ihres Debüt-Albums
auch in aller Ohren sein dürfte.
"The first band with a London
postcode worth tattooing on your heart in ages" - titelte der NME. Eine
Etikettierung, die im Hinblick auf die britische Musikpresse schon den
großen Hype wittern lässt, der oftmals zu einer Verheizung der Bands
führt. Eben gegen diesen wehren sich Joel Stoker (Gesang/Gitarre), Luke
Crowther (Gitarre), Robb Pyne (Bass) and Grant Marsh (Drums) - oder
versuchen es zumindest. The Rifles betonen immer wieder ihren
graduellen und nicht, wie bei den Arctic Monkeys oftmals proklamiert,
medienevozierten Aufstieg. Ein Vergleich, der gerne gezogen wird, da
beide Bands ihre Musik europaweit über das Internet-Portal MySpace
populär gemacht haben, von dem sich The Rifles jedoch klar
distanzieren. So betonen die Londoner, dass sie den klassischen Weg
gegangen seien, indem sie sich ihre Fanbase in erster Linie über Gigs
in irgendwelchen kleinen abgehalfterten Clubs erspielt haben - im
Gegensatz zu den Arctic Monkeys, die in der Größe ihrer Konzerte von
Null auf 100 gegangen seien. Ein berechtigter Einwand, wenn man sich
Historie der Rifles einmal genauer anschaut und diese nicht nur auf
MySpace reduziert.
Die Idee zur Bandgründung ist weit in der
Vergangenheit der vier Londoner zu suchen. Ausschlaggebend ist 1996 das
legendäre Oasis-Konzert in Knebworth, das bei Gitarrist Luke Crowther
nicht nur einen bleibenden Eindruck hinterlässt, sondern auch
einschneidenden Punkt im Leben markiert. Ebenfalls wie die
Gallagher-Brüder aus der Arbeiterklasse stammend, ist Crowther
beeindruckt von der emotional involvierenden Kraft, die von den
Mancunians ausgeht; überwältigt von eben jenem Lebensgefühl, das Oasis
transportieren und in dem er sich wieder finden kann. Das Ziel einer
eigenen Bandgründung liegt plötzlich klar auf der Hand.
2003
setzen die drei aus Nordlondon stammenden Joel Stoker, Rob Pyne und
Luke Crowther das geplante Bandprojekt in die Tat um und finden in
Ostlondon mit Grant Marsh einen geeigneten Schlagzeuger. The Rifles are
born. Musikalisch beeinflusst von Bands wie The Cure, The Clash oder
The Smiths spielen sich die vier Jungs durch diverse Clubs und erzielen
so eine immer stärker wachsende Fangemeinschaft. Auf die Debüt-Single "Peace And Qiet"
wird nicht nur Zane Lowe von BBC Radio One aufmerksam, sondern auch der
NME. Es zeigt sich, dass The Rifles eigentlich nicht anders agieren,
als andere Bands auch. Ein weiterer Beweis dafür, dass Vergleiche
oftmals hinken.
2005, zwei Jahre nach der Bandgründung,
eröffnen The Rifles ihr MySpace-Profil, auf dem sie von nun an ständig
wechselnde Song veröffentlichen und somit ihren Popularitätsgrad auch
außerhalb Englands steigern. Darüber hinaus wird auch Ian Brouwdie von
den Lightning Seeds auf die Band aufmerksam. Browdie, der unter anderem
bereits mit The Zutons oder The Coral zusammengearbeitet, erklärt sich
bereit, mit The Rifles ins Studio zu gehen und ein Album zu
produzieren. "Local Boy", die erste Single-Auskopplung, schafft den Sprung in die Top 40 der UK-Charts. "Repeated Offender"
wird in der Halbzeitpause eines West Ham United-Spiels im Stadion
gespielt und nicht nur die Kritiker, sondern auch Kollegen zeigen sich
begeistert. So erklärte Graham Coxon, seines Zeichens Ex-Gitarrist von
Blur, The Rifles dieser Tage zu seiner neuen Lieblingsband. Am 14. Juli
2006 soll mit "No Love Lost" das Debüt-Album der vier Londoner erscheinen.
The
Rifles mögen die Karriereleiter zwar schnell hochgeklettert sein,
jedoch ohne durch den Düsenantrieb des Hype-Knopfs gepusht zu werden.
Es scheint also, dass wir auf "The Next Big Thing” noch eine Weile
warten werden... ohne dabei jedoch auf gute Musik verzichten zu müssen.
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