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Sie sind jung. Sie sind aus
Liverpool und sie nennen sich The Dead 60s. Von Anfang an haben sie
sich bewusst von der lokalen Musikszene abgegrenzt. Was soweit ging,
dass sie nicht mal in Liverpool aufgetreten sind. "Es geht gerade eine Menge ab in Liverpool, aber damit haben wir nichts zu tun", so Bassist Charlie Turner in einem Interview. "Ich weiß kaum etwas über die anderen Bands aus der Stadt. Wir waren nie Teil dieser Szene."
Ihre
Vorbilder sind The Clash und daran erinnert auch der Sound auf ihrem
selbst betitelten Debüt-Album. Dennoch haben The Dead 60s mit ihrer
Mischung aus Punk und Dub-Sounds ihren eigenen Stil. Sie versuchen
nämlich nicht, wie viele ihrer Artgenossen, die Musik der Vergangenheit
in die Gegenwart zu transportieren. Ihr Anliegen ist es vielmehr, das
Fortzuführen, was ihre Vorbilder in den späten 70ern und frühen 80ern
begonnen haben. Auch textlich orientieren sich die Liverpooler
an The Clash. Sie erzählen in ihren Songs, die sie meistens gemeinsam
schreiben, vom tristen, grauen Leben in Englands Städten. Doch geht es
ihnen dabei nicht um herkömmliches Songwriting, sondern vielmehr um das
Kreieren von Slogans. "Unsere Songtitel sollen auf jede Wand
gesprüht werden. You're Not The Law, Too Much TV, Riot Radio - das
würde doch großartig aussehen", so die Band in einem Interview.
Seit
2003 feilen Matt McManamon (Gesang/Gitarre), Charlie Turner (Bass), Ben
Gordon (Gitarre/Orgel) und Bryan Johnson (Schlagzeug) an ihren Tunes.
Der Öffentlichkeit präsentierten sie jedoch erst ihre Songs, als sie
sich für gut genug hielten, vor einem Publikum aufzutreten. Von halben
Sachen halten sie nämlich nichts. "Wir hängen lieber in der Garage rum und tüfteln an unseren Grooves", so Charlie Turner in einem Interview. Deltasonic nimmt die Band schließlich unter Vertrag. Die erste Single "You're Not The Law" verkauft sich nur schleppend. Dies ändert sich jedoch mit der zweiten Auskopplung "Riot Radio". Der Song schafft es in die Top 20 der britischen Charts und wird zur "Single Of The Week" beim NME. Daraufhin
erhalten sie das Angebot von Morrissey, für ihn im Vorprogramm zu
spielen, was ihnen große Aufmerksamkeit einbringt. Ein Album existiert
zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Dieses wird schließlich in nur sechs
Wochen aufgenommen. Und herausgekommen ist ein schönes Stück Musik, das
durchaus mit den anderen Kollegen der Insel mithalten kann.
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