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Wir kennen die Geschichte:
Internet killed the recordstar, Plattenfirmen laufen Amok und droppen
alles, was sich unter drei Millionen verkauften Tonträgern bewegt. Dass
es aber auch umgekehrt funktionieren kann und das World Wide Web
kleinen Bands als Plattform zur Verbreitung und somit als Sprungbrett
zum Major-Deal dienen kann, beweißt die Erfolgsstory der Arctic
Monkeys.
Noch kein Album veröffentlicht, trotzdem rappelvolle
Konzertsäle plus einer Number-One-Single in den UK-Charts und das alles
dank vier im Internet veröffentlichter Songs, die bei den Fans
gepflegter Rockmusik wie Granaten eingeschlagen sind. Da fragt man sich
doch, was sind das eigentlich für Typen, die den Nutzen digitaler Up-
and Downstreams ebenso perfide zu beherrschen scheinen, wie das
Zusammenspiel ihrer Instrumente?
Angefangen hat die
Erfolgsgeschichte der Arctic Monkeys eher unspektakulär: Im Jahr 2001
finden Alex Turner und Jamie Cook Gitarren unter den heimischen
Weihnachtsbäumen. Eineinhalb Jahre ziehen ins Land, die neben
unzähligen Proberaumsessions auch noch die Komplettierung der Band
durch Drummer Matt Helders und Bassist Andy Nicholson mit sich bringen.
Der erste Gig der eisigen Affen findet 2003 im heimischen Sheffield
statt. Weitere Konzerte folgen, die der Band eine treue Anhängerschaft
bescheren. Als vier Demoversionen der Briten im Internet veröffentlicht
werden, beginnt der kometenhafte Aufstieg der Arctic Monkeys. Die
Single "I Bet You Look Good On The Dancefloor" begeistert nicht nur die sich in Musiktauschbörsen tummelnden Massen, sondern erregt auch die Aufmerksamkeit der Plattenfirma Domino Records,
unter deren Fittichen auch Größen wie Franz Ferdinand musizieren. Der
Plattendeal verschafft der Band mit ihrer ersten EP im Oktober eine
Nummer-Eins-Platzierung in den Britischen Charts vor etablierten Stars
wie Robbie Williams oder den Sugarbabes.
Mittlerweile hat das
arktische Insulanerfieber auch das europäische Festland gepackt. Im
November spielen die Arctic Monkeys unter anderem in prall gefüllten
Konzertsälen Deutschlands. Und, wohl gemerkt, immer noch, ohne dass die
Konzertbesucher ein Album ihr Eigen nennen könnten. Das Erstlingswerk
der vier Überflieger ist nämlich erst Ende Januar beim Plattenhändler
eures Vertrauens erhältlich.
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