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SHORT-CUTS: Amit Erez, Florian Horwath, Lowood




AMIT EREZ – Last Night When I Tried To Sleep I Felt The Ocean On My Fingertipps

Der Sound des Singer/Songwriters Amit Erez lässt sich wohl am besten mit "fragiler Energetik" umschreiben. Was sich wie ein Oxymoron liest, macht beim Hören seines aktuellen Albums Last Night When I Tried To Sleep I Felt The Ocean With My Fingertipps musikalisch Sinn. Der junge Israeli mit der zerbrechlichen Stimme bettet seine Songs zwischen bluesigen Slide-Guitars und sanften Streicherarrangements. Bei aller Melancholie und Nachdenklichkeit schreckt Erez allerdings nicht davor zurück, ab und an die Stromgitarren auszupacken, um den Stücken mehr (Nach)Druck zu verleihen. Im großen Ozean des Songwriter-Folks ist Last Night When I Tried To Sleep I Felt The Ocean With My Fingertipps eine Perle, nach der es sich definitiv zu tauchen lohnt!

Anspieltipps: Animal Heart, The Water Received, Paper Cuts

Erscheinungsdatum: 26. Februar 2010
Label: Intergroove

www.amiterez.com
www.myspace.com/amiterez




FLORIAN HORWATH - Speak To Me Now

Laut Promowaschzettel ist Florian Horwath "der erste österreichische New-Folk-Star". Entgegen dieser Titulierung klingt sein drittes Album Speak To Me Now alles andere als astral. Was mit dylaneskem Charme beginnt, entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einer musikalischen Odyssee. Mehrfach drängt sich die Frage auf, ob Töne für Horwath rote Markierungspunkte darstellen, die es tunlichst zu verfehlen gilt. Ein krampfhaft erzeugter Dilettantismus, der zur Kunst erhoben und als Innovation verkauft wird. Spätestens das schräge Pfeifkonzert auf My Country Soul lässt das angespannte Nervenkostüm des Hörers vollends reißen. Bei allem Respekt vor künstlerischer Freiheit: Für einen "New-Folk-Star" ist das hier einfach nur (unter)irdisch!

Anspieltipps: Speak To Me Now, Like A Hurricane, In The Sunshine

Erscheinungsdatum: 12. Februar 2010
Label: Stereo Deluxe

www.florianhorwath.com
www.myspace.com/florianhorwath




LOWOOD - Close To Violence

Musik als eine Art von Selbsttherapie zu nutzen, ist für die meisten Künstler der kreative Motor ihres Schaffens. So auch bei Lowood. Therese Johansson arbeitet in ihrem Debütalbum Close To Violence zerbrochene Beziehungen auf. Allerdings ohne Herzschmerz-Partituren oder klebrig-süße Selbstmitleidstiraden. Stattdessen setzt Johansson auf wavige Synthieklänge und große Vocalparts, die unverhohlen Reminiszenzen an die 80er erkennen lassen. Unterstützung erhält die Schwedin dabei von ihrer musikalischen Mitstreiterin Kiki Halmos. Für das Duett It's A Mess konnte Johansson gar Landsmann Kristofer Åström als männlichen Gesangspartner für sich gewinnen. Das Ergebnis kann sich hören lassen! Ein berührendes wie energetisches Popalbum, das bei aller Melancholie nie den Silberstreif am Horizont aus den Augen verliert.

Anspieltipps: Crash, Close To Violence, In The End

Erscheinungsdatum: 29. Januar 2010
Label: Novoton

www.lowood.se
www.myspace.com/lowoodsweden



Reviews: Katja Embacher

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SHORT-CUTS: The Raveners, Paucker




THE RAVENERS - Ravenous

Das Schweizer Quartett The Raveners legt mit Ravenous sein erstes Album vor und präsentiert darauf eine musikalische Mixtur aus Rock, Pop, Soul und Funk. Das Resultat ist zwar tanzbar und eingängig, allerdings aber nicht wirklich spannend. Das Album bietet nur wenig Abwechslung und den meisten Tracks mangelt es an guten Arrangements. Zu sehr verliert sich das Album in austauschbaren Kompositionen ohne jegliche Raffinesse. Zwar ist Sängerin Jessy Howe mit einer bemerkenswerten Stimme gesegnet, die an eine Mischung aus Amy Winehouse und Anastacia erinnert, doch leider reicht das gesangliche Talent am Ende nicht aus, um den Songs die nötige Durchschlagkraft zu geben. Denn trotz aller Tanzbarkeit und Stimmgewalt, gehen die Lieder zwar schnell ins Ohr, verpuffen aber auch genauso schnell wieder, nachdem der letzte Song des Albums verklungen ist.

Anspieltipps: All This Talk, You Gotta Swing

Erscheinungsdatum: 29. Januar 2010
Label: Silversonic

www.theraveners.com
www.myspace.com/theraveners




PAUCKER - Miserable Junkie

Hinter dem Lockenkopf mit dem leicht apathischen Blick auf dem Albumcover verbirgt sich der Stuttgarter Multi-Instrumentalisten und Singer/Songwriter Michael Pauker. Dass er bereits mit 9 Jahren alle Beatles-Songs auswendig mitsingen und auf der Gitarre nachspielen konnte, glaubt man ihm sofort, wenn man sein Debütalbum hört. Auf Miserable Junkie vermischt er nämlich den Sound der 60er mit dem aktuellem Zeitgeist aus Indie, Electro und Psychedelic Rock. Dabei herausgekommen ist ein vielschichtiges und abwechslungsreiches Album, das durch die unterschiedliche Instrumentierung jeden der 12 Songs in einem anderen Klanggewand erscheinen lässt. Doch woran es dem Album mangelt, sind Songs, die sich im Gehörgang festsetzen und den Hörer mitreißen. Zwar sind Tracks wie Sophie oder Little Princess nah dran, jedoch gibt es dagegen zu viele Songs, die nur im mittleren Fahrwasser schwimmen. So ist Miserable Junkie zwar alles in allem eine sympathische Platte aber kein herausragendes Album.

Anspieltipps: Sophie, Little Princess

Erscheinungsdatum: 05. März 2010
Label: Monohausen Records

www.pauker.net
www.myspace.com/paucker



Reviews: Jenny Schnabel

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SHORT-CUTS: Voicst, Testsieger, Marsheaux




VOICST - A Tale Of Two Devils

Das niederländische Trio Voicst hat alles auf eine Karte gesetzt. Ihr komplett selbst finanziertes Debüt A Tale Of Two Devils besticht durch eine locker-leichte Tanzbarkeit und eine breite Instrumentierung: Folkige Banjos, triumphierende Trompeten und verträumte Geigen sorgen für einen abwechslungsreichen Sound, der sich schnell in den Gehörgang spielt - und genauso schnell wieder verschwindet. In ihrem Heimatland konnten sich Voicst mit A Tale Of Two Devils bereits die Pole-Position der Alternative-Charts sichern. Um international an der Spitze mitfahren zu können, muss das Trio allerdings noch einen Zahn zulegen. Auf gesamter Länge verliert sich das Album nämlich leider im Mittelfeld.

Anspieltipps: A Year And A Bit, Everyday I Work On The Road, Two Devils

Erscheinungsdatum: 04. September 2009
Label: Goodbusy Records

www.voicst.com
www.myspace.com/voicst




TESTSIEGER - Laguna Fantasia

Viva la Electropunk! Was einst mit DAF begann, führen heutzutage Egotronic, Mediengruppe Telekommander oder eben Testsieger fort. Das neue Album des norddeutschen Duos im Bad-Taste-Golfer-Outfit hört auf den Namen Laguna Fantasia - und klingt auch genau so. Zackige Beats, verschrobene Synthies und Texte, die durch ihre Ironie und ihren zum Teil verstörenden Charakter an die guten alten Zeiten der NDW erinnern. Auch, wenn diese Kombination unterm Strich nicht neu ist, so erweist sich Laguna Fantasia doch als ein leckerer Soundtrack für ausdauernde Night-Outs. So sexy und schweißtreibend, dass man nicht anders kann, als popowackelnd zu brüllen: Ich tanze!

Anspieltipps: Neue Welt, Ich tanze!, Mehr Leben!

Erscheinungsdatum: 11. September 2009
Label: Freunde der analogen Revolution

www.myspace.com/testsieger




MARSHEAUX - Lumineux Noir

Marsheaux sind der Beweis dafür, dass auch Frauen sich bestens mit Technik auskennen. Auf ihrem aktuellen Longplayer Lumineux Noir werkeln und schrauben Marianthi und Sophie gekonnt an ihren Synthies und verfügen neben einem Händchen für den punktgenauen Einsatz der Elektronik über ein untrügliches Gespür für große Pop-Melodien. Dabei zieht das Duo alle Register: Von zuckersüßem Lollipop-Charme bis hin zu unterkühlt-lasziver Erotik. Durch den weichen Einsatz der Vocals gelingt es Marsheaux, dem Album trotz elektronischer Basis eine herrlich sanfte und warme Note zu verpassen. Fazit: Lumineux Noir ist eine Platte, die die Nacht nicht nur erleuchtet, sondern regelrecht zu glühen scheint.

Anspieltipps: Summer, Radial Emotion, Destroy Me, So Far

Erscheinungsdatum: 25. September 2009
Label: OutOfLine

www.marsheaux.de www.myspace.com/marsheaux



Reviews: Katja Embacher

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Letzte Aktualisierung: 23.05.2010
 
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