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THE FOUNTAINS - Announce




Kämen The Fountains aus London, Newcastle oder Brighton, würde man sie vermutlich als den neuesten heißen Scheiß abfeiern. Da sie aber leider aus dem weniger exotischen Aschaffenburg stammen, müssen sie sich wohl leider mit dem Status "Geheimtipp" begnügen.
Eigentlich schade, denn hier wird New Wave-beeinflusster Britsound überzeugend vorgetragen, der sehr schnell eine Franz Ferdinand- oder auch mal Bloc Party-Assoziation ins Gedächtnis ruft. Abgedrehte Licks, zackige Gitarren und sphärische Synthesizer gepaart mit einem Schlagzeug, das den Hörer zwingend in Richtung Tanzfläche treibt. Genau hier liegt auch die Stärke der Band, wie die drei sehr starken Tracks Jerry, Come On Over und Slow beweisen. Diese überzeugen auf Anhieb und gehen sofort in Ohr und Bein. Lediglich die leicht pathetisch wirkende Ballade Running trübt das energiegeladene Tanzvergnügen ein wenig und auch die etwas weniger gelungen Remixe der Tracks Jerry und Come On Over hätte man sich besser sparen sollen. Aber nichtsdestotrotz liefern The Fountains mit ihrer EP Announce einen viel versprechenden ersten Eindruck und schüren die Vorfreude auf einen angekündigten Longplayer.


Review: Jenny Schnabel

Erscheinungsdatum: 18. Dezember 2009
Label: Eigenvertrieb

Website: www.thefountains.de
Myspace: www.myspace.com/thefountainsmusic

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THE CRYSTAL PROJECT - Like A Crystal




Spärliche Orgel-Einsprengsel, ein zunächst verhaltener Beat leitet über in einen gediegenen Ambient-Part. Dann aber poltern die Beats auf einmal wild durcheinander, dazu gesellt sich ein sphärischer Synthie-Teppich gepaart mit einem treibenden Kontrabass. Dazu konterkariert Katjas zurückhaltender Gesang das Ganze dann ein wenig, sorgt aber gleich für ein Trademark, den eigenen Sound, den es nun einmal braucht, um zu bestehen. So der erste Eindruck in Form von Tinizong.

Dasselbe Rezept, nächster Song: Reduzierte Synthie-Klänge, die an die Clubmusik der frühen 90er Jahre erinnern und bei Kraftwerk in die Schule gegangen sind. Katjas Gesang bleibt zumeist der melodieführende Part und kann als gelungener Gegenpol zur recht monotonen Instrumentierung gesehen werden. Ein Konzept, welches durchaus zu überzeugen weiß, wenn scheinbar recht unterschiedliche Elemente aufeinanderprallen, zumal gerade diese Art der elektronischen Musik ansonsten meist ohne Vocals auskommen muss. In Anbetracht dessen, dass tanzbare Clubmusik heutzutage gern wieder etwas entschlackt daher kommt und sich auf das Wesentlich beschränkt, ist die Like A Crystal EP auf der Höhe der Zeit. Vielleicht hätte Katja je einfach nur deutsche Texte verfassen müssen, um mit Mieze zu konkurrieren? Aber dafür fehlen den vier Songs einfach die Schlagerhaftigkeit, die aufgeblasenen Elemente verschiedener Dance Pop-Kapellen aus der Bundesrepublik.

Schätzungsweise muss sich unser frisch verheiratetes Paar mit einem Schattendasein abfinden, was weniger schlimm sein muss, als es klingt, fällt doch gerade die Abgrenzung zu den meisten Acts doch sicherlich nicht schwer. Unsere hundreds haben schon gezeigt, wie es klingen kann, verschiedene elektronische Spielarten zu vereinen: Trip Hop und Ambient sind dabei sicherlich nur grobe Eckpfeiler und nicht mehr. Kein kleingeistliches Korsett-Denken steht hier im Raum, sodass Neues entstehen kann. The Crystal Project und hundreds lassen zumindest wieder hoffen, im fast dreißigsten Jahr nach Kraftwerk. Nun gibt The Crystal Project erst seit einem Jahr, in dem nicht nur die vier Song entstanden, sondern auch der Bund fürs Leben geschlossen wurde. Martin von dem Borne und Katja (geborene Wilgenbusch) lernten sich über die Musik kennen und lieben und diese vier Songs sind ihr Baby. Wollen wir mal hoffen, dass es das noch nicht gewesen ist und die Beiden noch ordentlich für die Künstlersozialkaste aktiv sein werden!


Review: Nicolas Beinke

Myspace: http://www.myspace.com/crystalproject

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SEPTEMBER LEAVES - Felt




Der Anblick der Mini-EP Felt von September Leaves bietet ein Bild, das den musikjournalistischen Waidmann im Dschungel der Rezensionsexemplare unweigerlich schmunzeln lässt. Die CD steckt in einer handgenähten Filzhülle in Form eines Ahornblattes, auf der ein handbeschriftetes Cover thront. Fakt ist, hier hat sich jemand besonders viel Mühe gemacht. Fakt ist auch, dass diese Aufmachung gewagt ist. Denn was die einen vielleicht als niedlich und sympathisch empfinden, löst bei den anderen eine regelrechte Kitsch- und Kuschelphobie aus. Da man Platten grundsätzlich nicht nach ihren Covern (und auch nicht nach ihren Verpackungen) beurteilen sollte, lohnt sich ein Blick hinein in das flauschige Filzgewand und ein genaueres Begutachten des Tonträgers.

Auf Felt erzählt Gerd Böttler alias September Leaves in seinen drei Tracks Like A Monarch, These Eyes, The Race von Abschieden und Neubeginnen, von seligen aber auch unseligen Momenten. Dabei wandelt der Singer/Songwiriter aus Karlsruhe musikalisch auf den Pfaden von Kings Of Convenience, Turin Brakes oder Get Well Soon. Man hört hier Melodien, die von sanften Gitarrenklängen getragen werden und darüber eine gefühlvoll wandernde Stimme. So bildet September Leaves eine schöne Schnittmenge aus Indie, Pop und Singer/Songwriter-Tum.

Die kuschelige Edition von Felt ist auf 50 Exemplare limiert, von denen jedes Exemplar per Hand durchnummeriert wurde. Also schnell zugreifen oder auf das komplette Album warten.


Review: Jenny Schnabel

Myspace: www.myspace.com/xseptemberleavesx

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YEAHBUTNOW! - Notes




"The kids are all shite", so skandierte einst das deutsch-englische Duo Mikrofisch und holte damit zum kollektiven Rundumschlag gegen Bands wie die Kooks, Keane und Razorlight aus. Was solche Indierock-Einheitsbrei-Gegner von Bands wie den Ruhrpottlern Yeahbutnow! halten würden, wollen wir uns lieber nicht in Worten vorstellen.

Yeahbutnow! spielen nämlich Indierock im aktuellen britischen Stil. Die musikalischen Vorlieben der vier Herren springen einem bei jedem Song ihrer EP Notes förmlich ins Gesicht, die Soundanleihen sind offensichtlich. Das Schlagzeug mal stampfend mal scheppernd, dazu melodiöse Gitarrenriffs und adoleszente, oft triviale Texte, so könnte man auch die Kooks, die Rifles und unzählige weitere Britpop-Bands beschreiben. Und diese Ähnlichkeiten führen unweigerlich zu kritischen Fragen: Muss man diesen Sound noch und nöcher kopieren? Muss das vor allem eine junge deutsche Band machen, Stichwort Authentizität? Kann das gut gehen?

Dass es mal wieder Zeit für frischen Wind wäre, weiß jeder. Den liefern Yeahbutnow! mit Notes definitiv nicht, den Vorwurf eines Abklatsches müssen sie sich gefallen lassen. Denn eine Stilkopie hat sicherlich nichts mit Originalität zu tun, zu dieser Erkenntnis muss eine junge Band irgendwann kommen, sonst kann man die Gitarre gleich wieder in den Koffer packen.

All diese Schelte soll aber die positive Seite der EP nicht überschatten: Während ich hier schreibe und mich über diese verteufelte Einfallslosigkeit echauffiere, laufen im Hintergrund schon im fünften Durchgang diese catchy Songs. Und mein Fuß wippt im Takt, was mich zu folgendem Schlusswort führt: Yeahbutnow! haben auf jeden Fall das nötige Potential, sollten sich aber dringlichst einen eigenen Stil zulegen.


Review: Michael Döringer

Myspace: www.myspace.com/yeahbutnow

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SIR TOBY - Bookshelf




Sir Toby… war da nicht was?! Richtig! Dinner for one - der obligatorische Silvester-Sketch, über den man am letzten Abend des Jahres bei den Öffentlich-Rechtlichen mindestens genauso häufig stolpert, wie der Butler James über den Kopf des Bärenfells. Eben dort stolpert man auch über Sir Toby, einem der imaginären Gäste in Miss Sophies illustrer Tafelrunde. Über Sir Toby stolpert man allerdings auch musikalisch.
Die drei Jungs aus Mainz haben nicht nur den Namen des tapferen Recken adaptiert, sondern wildern auch soundtechnisch in insulanerischen Gefilden - und klingen dabei zum Teil Britischer, als die Queen erlaubt.

Für die Aufnahmen zur EP Bookshelf haben sich Sir Toby ins Superton-Studio nach Taunusstein begeben. Dort entstand unter der Regie von Thomas Wolf, seines Zeichens Drummer bei Cloudberry, der nunmehr zweite Tonträger der Band. Herausgekommen ist dabei ein druckvoller Sound, der an Bands wie die Editors oder The Bravery erinnert - gepaart mit dem juvenilen Ungestüm der Pigeon Detectives oder der Eight Legs. Energetischer Indie-Post-Punk, der mit Mach 5 nach vorne drängt.

Sir Toby liefern auf Bookshelf fünf Songs, die sich kompromisslos in den Gehörgang schrauben und den Hörer zu ausdauernden Night-Outs verleiten. Highlights sind dabei der Opener Say You Will, der sich mit seinem markanten Anfangsriff bei einem kompletten Album bei einem kompletten Album als Singleauskopplung par excellence anbieten würde und Let Me Translate, bei dem Gallaghersche Gitarrenkunst auf die Schnoddrigkeit eines Carl Barât trifft. Wer nun meint, Sir Toby seien das x-te Sound-A-Like, der irrt. Trotz diverser musikalischer Referenzen gelingt dem Trio mühelos der Spagat zwischen Einflüssen und Eigenständigkeit. Eine dynamische Mixtur, die einfach Spaß macht und zeigt, welches Potential in dieser jungen Band steckt.

Mit Bookshelf werfen Sir Toby den Fehdehandschuh und fordern den Hörer auf, die Tanzflächen zu entern. Eine Herausforderung, die man nur allzu gern annimmt. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs bald mit einem Album nachlegen, damit Tracks wie Say You Will in den Clubs des Landes erschallen. In diesem Sinne: "Cheerio, Miss Sophie!"


Review: Katja Embacher

Erscheinungsdatum: 01. Oktober 2008

Website: www.sirtoby.net
Myspace: www.myspace.com/sirtobyband
 
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MORNING BOY – For Us, The Drifters. For Them, The Bench.




Das erste Wort auf der in Eigenregie veröffentlichten 6-Track-EP For Us, The Drifters. For Them, The Bench. ist ein "Hey", das selbstbewusst sagt, "Hey, hier sind wir, Morning Boy aus Frankfurt, hört uns an". Dem "Hey" folgt mit All Your Sorrows eine 3:33-minütige Acherbahnfahrt der Gefühle. In erster Linie ist das hier geradlinig auf den Punkt gespielter Indie-Rock, der sofort in die Beine geht und doch schwebt über aller Catchiness eine derartige Melancholie, dass die Gänsehaut immer nur um Haaresbreite abflauen kann. Ruhige Parts gehen Hand in Hand mit Power-Pop Refrain und einem Gitarrensolo, das sich gewaschen hat. Wie ein roter Faden zieht sich der Schwermut durch die sechs Songs. Wer nicht spätestens beim melancholischen Rebels heimlich leise seufzt, hat ein Herz aus Stein. Hat man sich erst einmal an Sänger Jörg Schmidts eigenwillige Stimme, die bei Rebels im ersten Moment immer wieder einen Tick zu hoch klingt, gewöhnt, tut sie ihr Übriges, um die Nackenhärchen schnell wieder zum Stehen zu bringen. Gitarren und Effekte sind wie im etwas krachigern Maryland perfekt ausbalanciert. Die machen Shoegaze, möchte ich bei diesem Track fast sagen, aber da erwartet uns mit We Came Along This Road auch schon ein bluesiges Saxophon-Interlude, das so wohl niemand auf einer Debüt-EP vermutet hätte. Whatever wiederum ist eine traurige Akustikballade aller erster Güte, die am Ende doch Hoffnung spendet. Morning Boy machen, was sie wollen und das machen sie wahrlich gut. Die EP kann auf der Webseite der Band inklusive Cover kostenlos heruntergeladen werden. Anhören!


Review: Katrin Reichwein

Erscheinungsdatum: 27. April 2008

Website: www.morningboy.net
Myspace: www.myspace.com/morningboymusic

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THE WEDGES - Action




Nach ihrer durchaus gelungenen Debüt-EP Hear! We Are (2007) legen The Wedges nun mit ihrer zweiten EP Action nach. Die vier Mitzwanziger Paddy (Vox, Gitarre), Stephan (Gitarre), Manu (Bass) und Gregor (Drums) spielen seit mittlerweile drei Jahren zusammen und stehen für coolen Britrock aus Oberhausen.

Beim Hören der aktuellen 3-Track EP kommt einem eine gewaltige Soundwand entgegen, die den ganzen Raum einnimmt. Es ist energiegeladener Rock 'n' Roll mit Erinnerungen an End-90er Britpop.
Der Song I Want Some Action lässt wohl niemanden ruhig auf dem Stuhl sitzen. Roher Gitarrensound trifft auf rauen Gesang mit Liam Gallagher-Anleihen, und Gregor prescht dazu kräftig in die Drums. Passend zu dem Sound singt Paddy auch mal eine etwas freche, aber ehrliche, Sprache: "I just don't give a fuck!". Um den Song abzurunden fallen am Ende des Songs leere Bierflaschen auf den Boden, und man denkt: Das passt, cheers!
Harte Gitarren und rotzigen Gesang mit einer Scheißegal-Mentalität bestimmen den Sound von Smoke In A Pocket. Paddy klingt als schreie er seinen ganzen Frust raus, und hat Spaß dabei. Es ist ein schneller Song, dessen Drums zum Ende hin in einem immer höheren Tempo schlagen. Es wirkt insgesamt ziemlich punkig. Und genauso punkig geht es auch bei By My Side zu. Der Gesang sticht etwas mehr hervor. Thema ist ganz klar die Liebe, und die Frage: "Are you happy by my side?".

Eins steht fest: The Wedges haben das Gefühl für coolen, eingängigen Rock 'n' Roll raus! Definitely!


Review: Natalie Terstiege

Erscheinungsdatum: April 2008

Myspace: www.myspace.com/thewedges

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THE ALMA CHURCH CHOIR – Cat 10 Years




Manche Leute mögen immer noch der Ansicht sein, dass aus Deutschland nur Musik kommt, die nicht annähernd die Klasse von Bands aus der UK hat. Vom Gegenteil überzeugen uns die aus Düsseldorf stammenden The Alma Church Choir.
Cat 10 Years ist die erste EP-Veröffentlichung des Songwriter Duos Laudwein und Seiler. Gekonnt verbinden sie ihre musikalischen Einflüsse der 1960er und 1970er Jahre, und kreieren ihren ganz individuellen Sound. Bezeichnen kann man den Musikstil als psychedelischen, folkigen Slow Tempo Rock mit sphärischem Hintergrundgesang.

Cat 10 Years ist durchweg ruhig, melodisch und mit vielen instrumentalen Abschnitten.
A Song For John klingt ziemlich beatlesesk, denn hier verbinden sie friedvollen Gitarrenpop mit passendem harmonischem Text. Vom Ambiente dieses Songs tippe ich, dass er John Lennon gewidmet ist. Der Gesang erinnert allerdings mehr an Paul McCartney.
Ein weiterer Anspieltipp und positiver Lebensratgeber ist das Lied The Wrong Cards, der mit dem Satz "Stop thinking, start living" beginnt, und den Text hindurch weise Ratschläge vermittelt.

Ganz nach dem Vorbild von Radiohead kann man diese EP auf der Webseite von The Alma Church Choir gegen eine Gebühr runterladen, die man selbst bestimmt.
Wer neugierig geworden ist, kann diese herausragende Band übrigens am 31.05.2008 auf dem Eurocityfest in Münster live bewundern. Für alle, die an dem Tag nicht können: die Jungs touren danach noch weiter durch Deutschland!


Review: Natalie Terstiege

Erscheinungsdatum: 15. April 2008

Website: www.alma-church-choir.de
Myspace: www.myspace.com/thealmachurchchoir

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FRAME OF MIND - Celebration




Schon das Target auf dem Cover deutet darauf hin, worum es bei Frame Of Mind geht: Nämlich Brit-Rock'n'Roll, der vom Sound der 60er und 90er geprägt ist. Und diesen Sound fabrizieren die vier Herren aus dem ostwestfälischen Detmold - Marc Philipp Meyer (Vocals, Gitarre), Christian Philippi (Bass, Vocals), Olav Niebuhr (Violine, Vocals) und Jan Hofmann (Drums) - bereits seit dem Jahr 2000. Nachdem Frame Of Mind 2005 ihren ersten Longplayer Episodes veröffentlicht haben, folgt nun mit der 4-Track-EP Celebration der zweite Streich.

Waren auf Episodes noch Affinitäten zu Oasis und Konsorten unüberhörbar, klingt Celebration wesentlich eigenständiger. Insgesamt kommt der gesamte Sound der EP auch wesentlich rockiger und druckvoller daher, als es noch auf Episodes der Fall war, wo die Musik stellenweise doch arg poppig klang. Hier hingegen dominieren verzerrte Gitarren mit einer ordentlichen Portion Drive, die dem Sound mehr Energie verleihen. Ein Sound, der sogar Eddie Argos von Art Brut beeindruckte, so dass er das Quartett prompt als Support engagierte.

Mit ihrer EP Celebration liefern Frame Of Mind ein gelungenes Minialbum ab, das Neugierig auf mehr macht. Wir sind gespannt.


Review: Jenny Schnabel

Erscheinungsdatum: 30. September 2007

Website: www.frameofmind-music.com
Myspace: www.myspace.com/frameofmindsongbook

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JAZZWANG ZOO - Old World Starling




Old World Starling ist im eigentlichen Sinne die Bezeichnung für die aus Europa und Asien stammende Spezies der Stare. Ein Vogel also. Genauer gesagt ein bestimmter Vogel - und zwar die ursprüngliche Art der Stare, bevor diese nach der Entdeckung durch Kolumbus auf den amerikanischen Kontinent gebracht wurde. Das hätten wir also schon mal geklärt. Nun wäre nur noch eine Überleitung zur Band und ihrer Musik von Nöten. Einerseits besteht der Zusammenhang im Namen: Zoo. Eindeutig. Andererseits zeugt die Musik auf verschiedenen Ebenen von einem Bezug auf die musikalischen Wurzeln von Rock über Pop bis hin zum Jazz, wie schon der Bandname verlauten lässt.
Das Produkt, das die dreiköpfige Band hergestellt hat, klingt allerdings nicht altbacken, wie man vermuten könnte, sondern vielfältig, verspielt und erfrischend anders. Das mag daran liegen, dass die Münsteraner Gruppe zunächst als Improvisations-Band begonnen und dann mehr und mehr ihren Weg zu komplexen und vollkommenen Songs mit Pop-Charakter gefunden hat. Ihre 11 Lieder weisen Strukturen auf wie man sie von The Mars Volta kennt, sind dabei aber melodiös wie Stücke von Muse oder Motorpsycho und poppig genug um sie hier und da mit Jeff Buckley oder sogar Maroon 5 vergleichen zu können. Insgesamt ist der Band etwas gelungen, was an Dynamik und Spielfreude kaum zu übertreffen ist und dazu auch noch denen Spaß beim Zuhören macht, die bei The Mars Volta nach dem zweiten Song die CD wechseln müssen. Langeweile kommt selbst beim zehnten oder zwanzigsten CD-Durchlauf nicht auf, weil es immer wieder Neues und Überraschendes zu entdecken gibt. Das reicht von Akkordeon-Einsätzen, über im Hintergrund erklingende Kirchenglocken, bis hin zu Vogelgezwitscher. Leider reichen meine Vogelkenntnisse hier nicht aus, um zu behaupten, dass es wirklich ein Star ist. Am besten hört ihr selbst rein und findet es heraus.


Review: Axel Schinkel

Erscheinungsdatum: Dezember 2007

Myspace: www.myspace.com/jazzwangzoo

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PERFECT BALLROOM CAST - In The Haze




Perfect Ballroom Cast sind Sebastian (Vocals, Gitarre), Hanno (Drums) und Mani (Bass). Nach der EP Beat Campaign (2006), ist jetzt das neueste 4-Track-Demo der Düsseldorfer Band mit dem Titel In The Haze erschienen. Es beinhaltet gute handgemachte Rockmusik, die teilweise an Bands wie Arctic Monkeys, The Jam oder auch Babyshambles erinnert.
Die Songs sind sehr rockig, teils punkig, wie der Titeltrack In The Haze, teils aber auch ruhig und melancholisch, wie der Track In My Arms. Der Song Back In Style ist sehr eingängig, und erinnert an einen Tag an der stürmischen See. Our Woods klingt wiederum folkig und erinnert an Musik aus Westernfilmen. Die Stimme des Sängers Sebastian Böltner klingt sehr rau, und passt somit gut zu dem eindringlichen, abwechslungsreichen Sound der 3-Mann Band.
Insgesamt hört man aus den melodischen Songs ein großes Potential heraus, dass die drei Jungs eines Tages zu den Großen der Indie-Fraktion zählen könnten. Der Radiosender Eins Live sagte über Perfect Ballroom Cast sie seien "eine der Bands, die eigentlich einen Plattenvertrag verdient hätten, aber aus irgendwelchen Gründen noch keinen haben."


Review: Natalie Terstiege

Erscheinungsdatum: 27. August 2007

Website: www.perfectballroomcast.com
Myspace: www.myspace.com/perfectballroomcast

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FRAME OF MIND - Episodes




Frame of Mind sind vier Jungs aus dem ostwestfälischen Detmold, die ihre Einflüsse von Bands wie den Beatles, Travis und Oasis hörbar in ihren authentischen Rocksongs umsetzen. Die Band besteht seit 2000 und stand bereits 2003 beim "Rock & Pop Preis" im Halbfinale, was ihnen die Veröffentlichung ihres Songs Big Apple auf dem von MTV und Oasis unterstützen MAP-Sampler bescherte.

Ihr Album Episodes beinhaltet 12 Tracks, die sehr melodiös daherkommen und an 60er Jahre Beatmusik, Mod und auch 90er Jahre Britpop erinnern. Hier und da werden Songs mit Ooh- und Aah-Gesängen garniert, was so manchen fehlenden Text füllt, aber auf Dauer leider etwas nervt. Andere Songs hingegen sind mit Geigen arrangiert, was den Songs eine gewisse Tiefe verleiht, wie z.B. bei Reminder oder Hold On. Die Texte handeln von alltäglichen Erlebnissen. Die Wortwahl der Texte hat man hier und da schon mal gehört, aber welche Britpop-Band klaut nicht mal was von einer anderen, nicht wahr Noel Gallagher?!
Die Gitarrensoli sind in jedem Song herausragend und powergeladen.

Insgesamt lässt die Band darauf schließen, dass sie eine gute Liveband sind, was sie bereits durch Auftritte als Vorband von Art Brut und Mr. Brown bewiesen haben. Eddie Argos von Art Brut sagte nachdem er einen Auftritt von Frame of Mind gesehen hatte: "You're pretty excellent, one of my favourites."


Review: Natalie Terstiege

Erscheinungsdatum: 19. September 2005

Website: www.frameofmind-music.com
Myspace: www.myspace.com/frameofmindsongbook

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THE METRO - Metropolis




Wenn eine Nachwuchsband von sich sagt, dass ihre Songs in einem Atemzug mit denen von "großen" Bands wie Oasis und Mando Diao zu nennen sind, rümpft man erst mal die Nase angesichts soviel Selbstüberschätzung. The Metro lassen den markigen Worten aber auch Taten folgen, wie das aktuelle Demo Metropolis beweist.

The Metro, das sind Lars Schmidtmann, Tobias Niebergall, Helge Fieting, Dirk Schröpfer und Stefan Räsch, alles Kinder der Arbeiterstädte Eisenach und Erfurt. Bei der Gründung im Jahr 2002 hatte die Band einen schweren Stand, zu groß war die Übermacht der Hardcore-Szene, zu denen Anhängerschaft sich die meisten Jugendlichen zählten. Doch die Anfeindungen und Verunglimpfungen konnten The Metro nicht einschüchtern, sondern waren vielmehr Ansporn und Motivation für die Jungs, die mit melodiösem Rock 'n' Roll eine echte Alternative zur düsteren Welt des Hardcore sein wollten.
Ausgestattet mit Working Class Biographie in bester Manchester-Manier, zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und nöligem Gesang versuchen die fünf nun, am hart umkämpften Indiepop-Markt Fuß zu fassen. Das Demo Metropolis ist mit drei Songs denkbar kurz, bietet aber dennoch einen guten Überblick über die Qualitäten der Band. Egal, ob tempogeladener Rock wie in Indian Summer oder etwas ruhigere Balladenklänge in London Town, The Metro beherrschen beides. Beim letzten Song Me, Myself and I werden die Einflüsse der oben genannten "großen Bands" am deutlichsten, die Nummer überzeugt aber durch Eingängigkeit und Ohrwurmpotential.

The Metro ist zu wünschen, dass sie sich von ihren Vorbildern abnabeln können und lernen, noch mehr als bisher auf eigenen Beinen zu stehen. Das musikalische Potential ist unverkennbar, und am Selbstvertrauen mangelt es ganz sicher nicht!


Review: Andreas Kussinger

Erscheinungsdatum: 16. März 2007

Website: www.the-metro.de
Myspace: www.myspace.com/themetromusic

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PERFECT BALLROOM CAST - Beat Campaign




Perfect Ballroom Cast sind drei Düsseldorfer, die das Herz so mancher Musikfreunde höher schlagen lassen, denn sie spielen gute britische Popmusik. Die Geschichte der Band begann, als sich Sebastian Böltner (Vocals, Gitarre) und Hanno Stecken (Drums) in einer Kaserne der Bundeswehr, irgendwo in NRW, während ihrer Grundausbildung kennen lernen. 2004 fangen sie an, gemeinsam erste Songs zu spielen und es folgen lokale Auftritte.

Im Januar 2006 sind Perfect Ballroom Cast in Düsseldorf ins Studio gegangen und haben ihr erstes 4-Track-Demo Beat Campaign aufgenommen. Die Songs, die von Sebastian geschrieben werden, handeln laut eigener Aussage vom Leben und all seinen Facetten. Es geht um Alltagsdinge, die jeder kennt. Musikalisch hat Beat Campaign eine klare Tendenz in Richtung Britpop im Sechziger-Jahre-Gewand. Melodisch und eingängig. Frisch, unbeschwert und vor allem gut. 4 Tracks und kein Ausreißer: Egal, ob der Opener Ladybird, das leicht beatleseske Inner Tunes, der hitverdächtige Titeltrack Beat Campaign oder die kleine Hymne The Lies We're Living.

Natürlich erfinden Perfect Ballroom Cast das Rad auch nicht neu und natürlich kann man Vergleiche zu diversen Bands von der Insel ziehen. Dennoch haben die Düsseldorfer mit Beat Campaign ein schönes Demo abgeliefert mit einer Menge Potential, das auf jeden Fall größere Aufmerksamkeit verdient hat. Man darf gespannt sein, wie es mit den Jungs weitergeht.


Review: Jenny Schnabel

Erscheinungsdatum: 2006

Website: www.perfectballroomcast.com
Myspace: www.myspace.com/perfectballroomcast

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THE GRAND RIVER – The Grand River




"Zwei Mal Gesang und zwei Gitarren mehr brauchen wir nicht!" Das behaupten The Grand River zumindest über sich selbst. Und tatsächlich - mehr gibt es auf der gleichnamigen Demo-EP des Münsteraner Duos auch nicht zuhören. Nur Gitarren und Gesänge. Dafür treten sie in vollkommener Harmonie auf, so dass kein Zweifel besteht: Die beiden jungen Herren brauchen tatsächlich keine zusätzliche Percussion oder gar einen Bass, um mit ihrer Musik zu überzeugen.

Die Aufnahmen zur Demo-EP von Peter Schütte und Robert Scheufler wurden innerhalb von drei Tagen vollzogen und es kann sich wirklich hören lassen, was binnen so kurzer Zeit entstanden ist. Bereits der erste Song The Lover's Soul besticht durch ein einfaches aber ansprechendes Gitarren-Intro, das nicht lange auf den Gesang warten lässt, der uns vom Schicksal nach dem Ende einer Beziehung berichtet. Der Höhepunkt der drei Lieder umfassenden EP ist schließlich das zweite Stück Bury It Down. In diesem Lied gelingt The Grand River eine Synthese, indem sie sowohl kitschig und zerbrechlich als auch hymnisch anmutend klingen. Der Song, der wärmer wohl kaum klingen kann, wird schließlich abgerundet von einem Gitarrensolo, so dass dem Ganzen nichts mehr hinzuzufügen ist. Insgesamt zeigt die relativ kurze EP, dass man selbst mit einfachsten Mitteln recht abwechslungsreich sein kann. Neben Referenzen zu traditionellen Singer/Songwritern, offenbaren sich so auch unverkennbare Referenzen über Calexico und Obi bis hin zu Oasis, was ihren Abwechslungsreichtum deutlich unterstreicht.

Mit ihrer Musik reihen sich The Grand River erfolgreich in die Liste der jungen neuen Singer/Songwriter Münsters, wie etwa Seaside oder Daniel Ortega, ein. Ebenso bestätigen sie, dass man auch heute noch mit Vorbildern wie Bruce Springsteen, Johnny Cash oder Elliott Smith auf der richtigen Seite fährt und eine Hörerschaft es ihnen dankbar ist. Bisher kamen sie mit ihrem Material zwar noch nicht über die Stadtgrenzen hinaus, aber auch das ist nur eine Frage der Zeit, wenn man so offen und frei klingt wie The Grand River.


Review: Axel Schinkel

Erscheinungsdatum: Mai 2007

Myspace: www.myspace.com/thegrandriver

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THE AGE OF SOUND - And Then Came The Age Of Sound




Aus dem kühlen Norden der Republik kommen The Age of Sound. Formiert hat sich die Band aus Hamburg bestehend aus Oliver Vogel (Gesang, Gitarre), Sebastian Gätcke (Gitarre, Gesang), Hauke Winkler (Bass, Gesang) und Stefanie Cordez (Schlagzeug) im Jahr 2000 und war bis vor kurzem noch unter dem Namen "Pleaston Crumber" unterwegs. And Then Came The Age Of Sound ist das erste Album, das die Band unter dem neuen Namen veröffentlicht hat.

The Age of Sound schaffen auf ihrem Album einen Sound, der von eingängigen Ohrwurmmelodien geprägt ist und sich musikalisch zwischen Brit-Rock, Mod und 60s Beat einordnen lässt. Dabei gelingt es ihnen, den Sound der Vergangenheit in die Gegenwart zu transportieren und diesen wieder zu beleben. The Age of Sound nehmen den Hörer mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch 10 Songs und bieten dabei sowohl kleine Brit-Rock-Hymnen, die rockig-tanzbar daher kommen als auch schöne Balladen, bei denen dann auch gerne mal die Akustik-Gitarre ausgepackt wird. Gelegentlich wird der klassische Gitarre-Bass-Schlagzeug-Sound durch Cello-Klänge untermalt, die dem Ganzen das gewisse Etwas verleihen wie beispielsweise bei dem wunderschön ruhigen Song You're Free. Weitere Highlights des Albums sind zweifelsohne The Story Of My Life, Faster Than You, Lonely Souls oder Dance Forever Once Again, ein Song, der immer wieder zwischen langsamen und schnellen Soundpassagen variiert und dadurch eine schöne Verspieltheit in der Melodieabfolge besitzt.

Mit And Then Came The Age Of Sound liefern The Age of Sound ein gelungenes Album ab, dass Freunden von britischer Gitarrenmusik durchaus gefallen dürfte.


Review: Jenny Schnabel

Erscheinungsdatum: 2006

Myspace: www.myspace.com/theageofsound

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GARDA - Go On! Dance! And Explode!




Der Weg zu Go on! Dance! And Explode! ist die Geschichte einer Abkopplung. Diese hat Kai Lehmann, Mitglied einer bereits existenten Band vollzogen, und zwar hin zum Singer/Songwritertum. Dank der Formation zu einem Musiker-Kollektiv, blieb er doch nicht ganz allein dem Fokus des prüfenden Konzertbesucherblicks ausgesetzt. Die Rede ist von dem Projekt Garda, das aus der Post-Indiecore Band Claim hervorgegangen ist.

Mit der EP bieten Sänger Kai Lehmann und seine Begleiter den Vorgeschmack auf das noch in diesem Jahr erscheinende Album. Erst mal weg vom Post-Indiecore – ja, und wie – und das auch noch ohne Kalkül auf zu erheischende Rentabilität. Raus aus den eigenen vier Wänden gelangt Lehmanns Arbeit aufgrund der Bitte des befreundeten Konzertveranstalters Mario Cetti, der versucht, Kai von der Teilnahme einer neuen Singer/Songwriter-Reihe zu überzeugen. Nachdem dies gelungen ist, stellt Kai fest, dass sein bisheriges Schaffen dem Auftritt nicht würdig ist...Panik? Ja, die wäre angesagt gewesen, wenn da nicht Ronny Wunderland, Schlagzeuger von Claim gewesen wäre... Hinzu gesellen sich im Lauf der Zeit weitere Freunde und was rausgekommen ist Go on! Dance! And Explode!. Und dies zeigt – vor allem in Anbetracht des musikalischen Hintergrunds - eine ungemeine Entwicklung auf: sanfte Klänge, die aus der bedachten Mischung von Gitarre, Piano, Akkordeon (!), Schlagzeug und schließlich dem einfühlsamen Gesang von Kai Lehmann bestehen.

Track drei sticht insofern hervor, als dass hier mehr Tempo vernehmbar ist. Ansonsten besinnt sich die EP auf eine seichtere Gangart und dürfte somit Freunden von sanfter Musik, in die man sich fallen lassen kann, gefallen.


Review: Michaela Wicher

Erscheinungsdatum: 16. Februar 2007

Website: www.gardamusic.com
Myspace: www.myspace.com/gardamusic

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FRIEDEMANN WEISE - EP




Drei-Akkorde-Indie-Pop-Geschrammel mit deutschen Texten und einer Stimme, die fehlende Oktavenvielfalt mit Liebenswürdigkeit ausgleicht: Tocotronic haben es vorgemacht, Olli Schulz legte nach und nun kommt Friedemann Weise mit seinen kurz, knapp und treffend betitelten Five-Track-Silberling EP.

Es gibt Geschichten, die kommen einem irgendwie bekannt vor: Boy meets Girl (oder andersrum) in einer schummerigen Location - Treffen, die nicht immer so erfolgreich enden, wie sie begonnen haben (Augen). Gedanken über den Namen des Titelmädchens von Seite Eins (Julia) oder Grübeleien über das triviale Geplätscher des Every-Day-Life (Beton). Alltagsgeschichten, einfach und präzise formuliert, ohne metaphorischen Schnickschnack und künstlich aufgeblasene Wortspielereien, dafür aber mit einem Augenzwinkern und einer Prise Humor. Kein Wunder eigentlich, wenn man bedenkt, dass Friedemann Weise mit Loriot höchstpersönlich verwandt ist. Ladies and Gents: A Natural Born Entertainer irgendwo zwischen Begemann und Spilker.

Fünf Tracks weiter und dreizehn Minuten später sitzt man entweder mit einem gutgelaunten Grinsen vor dem CD-Player oder mit entgleisten Gesichtszügen. Die altbekannte Kritikerdiskussion: Stimmlichkeit gegen Charme, Eloquenz gegen Spitzfindigkeit, Gut gegen Böse, Luke Skywalker gegen Darth Vader...
Klar ist in jedem Fall: Wir sind hier weder in Seattle, Dirk, noch bei Blumfeld, meine Lieben. Und trotzdem macht Friedemann Weise einfach Spaß! Eine frühlingshafte Frischzellen-Kur für die Stereo-Anlage, während draußen die Meisen zwitschern. Was will man mehr?!?


Review: Katja Embacher

Erscheinungsdatum: 01. April 2007

Myspace: www.friedemannweise.de

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ORANGE - (Right) Time Is Always Now




Orange kommen aus Everswinkel, einem kleinen Kaff im tiefsten Westfalen und haben den Masterplan in der Tasche, um den Brit-Rock-Himmel zu erobern. Und ja, sie klingen verdammt nach England, kaum zu glauben, dass es sich hierbei um eine Band aus den heimischen Gefilden handelt. Nachdem Orange die letzten zwei Jahre die ländlichen Rock 'n' Roll-Tempel bespielt haben, erscheint nun ihr in Eigenregie produziertes erstes Album (Right) Time Is Always Now.

Die Vorbilder sind hier zwar klar erkennbar, dennoch verleihen Orange ihrer Musik durch den Einsatz von Bläsern eine eigene Note. Das Album bietet genau die richtige Mischung aus griffigen Gitarrenriffs, eingängigen Melodien und dem nöligen Gesang von Helge-Paul Traue, der jedoch teilweise einen leicht erzwungenen liamesken Unterton enthält. Orange gelingt es, kleine Hymnen zu kreieren, deren eingängige Refrains absoluten Ohrwurmcharakter besitzen. Zu den Highlights auf dem Album zählen sicherlich der Opener Your Kind, Running In Circles, Big Squid und Where All The Glory Things Will Grow.

Einziger Fehlgriff: Die Oasis-Cover-Nummer von Cigarettes and Alcohol. Einen Song der besten Band zu covern, ist natürlich ein gewagtes Thema. Der Song kommt leider ein wenig so rüber, wie eine ländliche Cover-Combo, die mit der Nummer noch auf jedem Schützenfest aufspielen könnte. Sorry, aber da ich Oasis liebe, muss ich leider sagen, dass ich da lieber das Original höre. Aber nun ja, das tut dem Gesamtbild des Albums ja keinen Abbruch. Denn unterm Strich besticht (Right) Time Is Always Now durch guten handgemachten Brit-Rock. Orange haben ihre Hausaufgaben gemacht und das in gekonnt britischer Rock 'n' Roll-Tradition.


Review: Jenny Schnabel

Erscheinungsdatum: November 2006

Website: www.orange-bornfield.de

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THE CEDAR - The Cedar




"Sounds like a good band" so heißt es auf dem myspace-Profil von The Cedar. Und genau das beweisen die vier Münsteraner mit ihrem 2-Track-Demo. Gitarrenpop vom Feinsten wundervoll arrangiert und genau das Richtige für die bevorstehende Jahreszeit.
The Cedar schaffen hier herrliche Melodien mit einer Dramatik, wie man sie von alten Coldplay-Stücken kennt. Songs, die einen berühren, weil sie so energetisch und einfach ehrlich sind.

Leider haben The Cedar bislang noch keinen Plattenvertrag, aber das wird sich hoffentlich bald ändern. In ihrer Heimatstadt ist es ihnen zumindest bereits gelungen, ihre Fans zu verzaubern und deren Herzen im Sturm zu erobern.
Wer Songs mit Tiefgang liebt, der sollte sich einfach mal zurücklehnen und sich von der schönen Musik verwöhnen lassen.


Review: Jenny Schnabel

Erscheinungsdatum: April 2006

Website: www.the-cedar.de

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THE DAYS – The Days EP




Mit ihrer ersten EP stellen die fünf Londoner Sam Owen (Lead Vocals/Gitarre), Tom Owen (Keys/Vocals), Pete Knight (Bass) und Guido Mandozzi (Drums/Percussion) ihr erstes offiziell Werk vor, auf das viele ihrer englischen Fans bestimmt schon lange gewartet haben.
Die Songs von The Days erzählen uns in eingängiger und melodiöser Weise von Tagen wie diesen: Geschichten aus dem Leben, die jeder von uns durchlebt, voll von all den Fragen und Gedanken, die jeden von uns bewegen. Was der Hörer hier findet, ist alles, was er suchen kann, wenn es um ehrliche, unverwechselbare Songqualitäten geht.

Der erste EP-Track Marooned lässt den Hörer sogleich aufhorchen und zuhören, denn die eingängigen Keyboards tragen ihn geradezu in den Song hinein. Dann die Frage von Sam an den Zuhörer "Do you ever wonder why my sole supply of soul starts waning?", mit einer markanten Stimme, die getragen wird von der wunderschönen Songmelodie. Die diesem Track inhärente Dynamik entführt den Hörer, der vielleicht zu Anfang kurz zunächst an Coldplay oder Keane gedacht hat, in ganz andere Dimensionen, als beim ersten Reinhören vermutet. Denn The Days heben sich in ihren Songarrangements durch die Liebe zum Detail hervor, die in den harmonisch arrangierten Melodien und den gnadenlos ehrlichen und leidenschaftlichen Lyrics reflektiert wird. Gerade auch Sänger Sam besticht durch seine markante, charismatische und seine gekonnte Art, Gefühle im Gesang auszudrücken. Seine Stimme ist im Songarrangement ein Instrument, das durch Facettenreichtum und Passion fasziniert, und jeden mitfühlen lässt.

Die Anordnung der Songs auf der EP führt den Hörer immer weiter in diese Welt der schönen Klänge und ehrlichen Reflektionen und glänzt dabei durch einen Facettenreichtum, der immer wieder neu überrascht. Nice To Know wird von einem Orchester begleitet und gewinnt geradezu Hymnen-Qualitäten im Refrain. Ganz anders dann der fünfte Song Playground Affair, der wieder ruhigere Töne anschlägt und gerade durch seine dem Song inhärente Emotionalität besticht.

The Days schaffen es in jedem Song einen Spannungsbogen aufzubauen und den Hörer mitzureißen, im Sinne einer Dramatik, die gerade durch die Emotionalität, Lebendigkeit und Intensität fasziniert, ohne "zu" dramatisch zu sein.

Text und Musik treten mit dem Hörer in einen Dialog, lassen ihn mitfühlen und mitdenken über all die Dinge, die passieren. Kennzeichnend für Songs von The Days sind die enormen, ohrwurmverdächtigen Melodien, die nicht nur wunderschön sind, sondern einen unverwechselbaren Soundteppich kreieren, der die Erzählungen der Songtexte untermalt.
Der letzte Song Casy entführt den Hörer musikalisch in die Welt des Swing, wobei es inhaltlich um die Frage geht, was man mit seinem Leben anfangen soll. It's so easy ist der Slogan dieses Songs, der über die vermeintliche Leichtigkeit des Lebens reflektiert.
Und auch hier wieder: The Days haben diese selten vorgefundene Fähigkeit, Erinnerungen und Gedanken beim Hörer wach zu rufen; Erinnerungen an Tage wie diese. Und diese erleben wir gerne mit ihnen – immer wieder!


Review: Jeannine Hoof

Erscheinungsdatum: 23. Juni 2006

Website: www.the-days.co.uk

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SONIC DOWN - Live It Up




Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah! Die Antwort ist Sonic Down und nein, sie kommen nicht aus England, sondern aus dem Niederbayrischen Eggenfelden. Die Jungs haben gerade ihr Debüt-Album Live it up veröffentlicht und ich muss sagen, ich bin beeindruckt. Wenn die Jungs eins wissen, dann was guter alter Rock 'n' Roll ist. Ihr Handwerk haben Sonic Down bei den großen alten Meistern der 60er und 70er Jahre wie The Who, den Stones oder den Beatles gelernt und sie beherrschen es verdammt gut.

10 brillante Songs, die das Quintett aus der bayrischen Provinz in Eigenregie aufgenommen und komplett live eingespielt hat. Das Resultat: purer Rock 'n' Roll in seiner reinsten Form, der zeitlos klingt. Sonic Down schaffen großartige Melodien mit eindrucksvollen Gitarrenriffs, die wunderbar im Sound variieren und alles andere als eintönig daherkommen.

Auf Live it up finden sich handfeste Rocksongs wie Raw Flowers, Time for Lovers oder Generator neben Midtempo-Songs wie Satellite oder dem leicht oasisesken Into the Light, welches mein persönlicher Favorit des Albums ist. Einen herrlichen Abschluss des Ganzen schaffen Sonic Down mit der Akustik-Nummer Every Night.

Mit Live it up stellen Sonic Down ihr musikalisches Talent unter Beweis. Meine Wertung: Glatte Eins! Und was die Kollegen von der Insel können, das können diese Jungs schon längst. Also, support your local hero, denn großes Talent sollte belohnt werden.


Review: Jenny Schnabel

Erscheinungsdatum: 12. Mai 2006

Website: www.sonicdown.net
Myspace: www.myspace.com/sonicdown

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THE BROBECKS – Good Night, and have a Pleasant Tomorrow




"Hey Kids, can you Rock 'n' Roll?" Die Frage von The Brobecks geht an uns alle – und öffnet programmatisch den Vorhang zur Vorstellung des Albums von The Brobecks Good Night, and have a Pleasant Tomorrow.

Bike Ride ist der erste Song des Albums, der den Hörer direkt zu Beginn mitreißt und mitnimmt - hinein in den ziemlich interessanten und vielfältigen Raum des Brobecks-Sounds.
Als wohl rockigster und schnellster Song auf dem Album besticht Bike Ride gerade durch den Mut zum Anders-Klingen. Was der Hörer hört, sind nicht laute Rock 'n' Roll-Gitarren, sondern einen absolut melodischen, charmanten und originellen Indie-Sound, der einfach erfrischend ist. The Brobecks haben mit diesem ersten Song eigentlich schon jeden Indie-Liebhaber gewonnen, doch es geht noch weiter auf dieser mit zwölf Songs voll gepackten LP.
Der zweite Song West of California schlägt ruhigere Töne an, wobei der Track wiederum durch den absolut charismatischen und verspielten Gesang besticht. The Brobecks beweisen bei diesem Track ihr Gefühl für vertrackte Songarrangements und perfekte Harmonien, die den Hörer aufhorchen lassen.
Don't break my Heart beweist einen ungeheuren Ohrwurmcharakter. Der inszenierte 60's Sound animiert den Hörer zum Mitwippen und Mitsingen.

Es ist schon erstaunlich, wie wunderschön, ehrlich und dabei noch makaber The Brobecks Liebeskummer und Verluste in ihren Songs verarbeiten, ohne in eine Dramatik abzurutschen. Die Songarrangements reflektieren in ihrer Vertracktheit und Verspieltheit die in den Songs ausgedrückte gedankliche Konfusion, so dass Inhalt und Klang eine selten vorgefundene musikalische Einheit reflektieren.
Dabei fragt sich der Hörer oft, an wen The Brobecks erinnern. Nun, klare Einflüsse von Rooney, The Flaming Lips, Elvis Costello und Phantom Planet sind herauszuhören. Jedoch lässt sich nicht genau festmachen, wo genau die Parallelen liegen, denn die Tracks der Band setzen sich aus unzähligen Fragmenten zusammen.
Das ist – um es auf den Punkt zu bringen – das Bemerkenswerte an The Brobecks: Sie klingen nicht wie "die und die Band", und das Album klingt nicht nach "dem und dem Sound". Der Abwechslungsreichtum und die Experimentierfreunde verwehren jenes kategorielle Schubladendenken, das das Leben eines Musikjournalisten oft einfach machen soll. The Brobecks trauen sich, sich selbst immer wieder neu zu erfinden – und das nicht von Album zu Album, sondern von Song zu Song.
"Will it be hearbreak or death?" wird im letzten Song der LP gefragt, der als Piano-Ballade sehr ruhige und nachdenkliche Töne anschlägt. Die pure Dramatik des Songs ist gekonnt vermischt mit schöner Ironie und nahezu beißendem Charme. Charakteristika, die generell den Inhalt der Brobecks-Songs beschreiben können.

Good Night, and have a Pleasant Tomorrow, das ist die Botschaft am Ende der LP, und wir sind uns sicher, dass das Morgen auch von The Brobecks begleitet werden soll.
Jeder, der von sich behauptet, Rock 'n' Roll zu lieben, sollte sich diese Platte anhören, denn hier wurde der Rock 'n' Roll in jedem einzelnen Song ganz unkonventionell und ehrlich wiederbelebt!


Review: Jeannnine Hoof

Erscheinungsdatum: 01. Mai 2006

Website: www.brobecks.com



DEAR HENRY BLISS - Long Way Round




Bei Dear Henry Bliss handelt es sich nicht um eine weitere Band, die man einfach in die musikalische Schublade Indie-Pop stecken kann. Die Band aus München bestehend aus Hannah Stadler (Gesang, Gitarre, Tasten), Frank Porzky (Gitarre, Tasten), Daniel Permanenter (Bass) und Marc Boysen (Schlagzeug, Samples) kombiniert Pop, Blues, Folk, Country und Rockelemente zu einem eigenständigen Klangbild.

Nach ihren ersten drei Eigenproduktionen (Live-CD, 5-Track-EP, 3-Track-Single), die unglaublich schnell vergriffen waren, haben sich Dear Henry Bliss nun die beiden Produzenten Alaska Winter (u. a. Anajo) und Sebastian Keller (u. a. Kanmantu) ins Boot geholt. Innerhalb nur weniger Wochen haben sie in den Augsburger Echolotstudios 10 Songs aufgenommen. Und herausgekommen ist das Debüt-Album Long Way Round, das dieser Tage erscheint.

Bereits beim ersten Hören bemerkt man sofort die textliche und kompositorische Hochwertigkeit der Songs, die eine Eigenständigkeit in ihren Arrangements erkennen lassen. Wunderschön ausgefeilte Melodien, die von einer ausdruckstarken Stimme getragen werden und einen Wiedererkennungscharakter erhalten. Mit Long Way Round ist Dear Henry Bliss ein abwechslungsreiches Album gelungen, mit Songs, die ins Ohr gehen und sich dort festsetzten. Neben lockeren Indie-Pop-Krachern wie Inspiration Man, Leaving me bleeding oder To Princess Marie schlagen Dear Henry Bliss auch ruhigere Töne an. The Silence of the Blanks beispielsweise ist eine schwer klingende Ballade mit Blueselementen, die an Songs von Janis Joplin erinnert. Weitere wunderschön ruhige Stücke auf Long Way Round sind das leicht countryeske Falling Nowhere und Second Season, ein Song der mit Pianoklängen und Bläsern unterlegt ist.

Long Way Round ist ein exzellentes Debut-Album, das zeigt, wie viel musikalisches Potential in Dear Henry Bliss steckt. Und wieder einmal wird uns vor Augen geführt, wie viele hervorragende unsigned Bands es in Deutschland gibt, die gehört werden sollten! Also kauft diese Platte und unterstützt diese Band. Damit sie nicht ungehört bleibt!


Review: Jenny Schnabel

Erscheinungsdatum: 06. Mai 2006

Website: www.dearhenrybliss.com
Myspace: www.myspace.com/dearhenrybliss

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KOLO - Normandy House EP




Nachdem sich die Jungs der britischen Band Kolo sieben Tage lang im Bonafide Studio in London eingeschlossen haben, ist die lang angepriesene EP Normandy House endlich da. Die popconnection-Redaktion war begeistert vom Werk der drei Jungs, denn schließlich wurde Normandy House als Demo angekündigt, übertrifft die gängigen Demo-Assoziationen jedoch einschlägig.

Die EP besteht aus insgesamt fünf Tracks, die alle durch ihren spezifischen, originellen Sound bestechen. Normandy House ist eine wohl gelungene Einführung in die Kolo-Musikwelt. Die Anordnung der fünf Songs spiegelt einen schönen Spannungsbogen wieder, der geradezu zum Wiederholen einlädt. Ihr hättet gerne Vergleiche? Tut mir leid, die kann ich euch nicht wirklich geben, denn Kolo weichen mit Normandy House gängigen Indie-Rock-Vergleichen geradezu aus.

Der erste Track You've gotta forgive me fängt mit eingängigem Drumsound an, bei dem man schon gleich zu Beginn unwillkürlich anfängt mitzuwippen. Hightlight eines jeden Tracks ist die bestechende, unverwechselbare Stimme von Jon Burnell. Der klare Klang und das immense Volumen hinter jedem Ton ist schwer in Worte zu fassen, man muss es hören, doch dann wird man direkt wissen, was mit unverwechselbar gemeint ist.

Stärkster Track? - fällt mir persönlich ziemlich schwer zu bestimmen – ich wechsel immmerzu zwischen den Margarita, mit Ohrwurmversprechendem Refrain und Watch your back, dem grandiosen letzten Track der EP.
Alles in allem ein mehr als gelungenes Demo, das sich zu Hören lohnt und danach garantiert nicht mehr so schnell aus dem Kopf geht! Versprochen! You better watch out for Kolo!


Review: Jeannine Hoof

Erscheinungsdatum: 25. März 2006

Website: www.kolo-music.com
Myspace: www.myspace.com/koloband

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THE GIANTS - Great Revolution




Mit Great Revolution haben The Giants aus Mayen eine Demo-EP hingelegt, die sich sehen lassen kann. Vier energiegeladene Tracks reinster Rock 'n' Roll. The Giants kombinieren hierbei wunderbare Melodien mit einem rockigen Gitarrensound, der durch die prägnante Stimme von Lukas Retterath angeführt wird.

Sofort wird klar, mit welcher Musik die Jungs von The Giants aufgewachsen sind: Es sind die großen britischen Bands der 60er und 90er Jahre Britpop-Generation. Und dies spiegelt sich auch ihrem Sound wider. Dennoch klingen The Giants nicht einfach nur wie ein Cover ihrer Vorbilder, sondern sie versuchen auf der Basis der Musik, mit der sie groß geworden sind und die ihnen gefällt, einen eigenen Sound zu kreieren und das fortzuführen, was Bands wie The Kinks oder Oasis vor Jahren begonnen haben. Dies ist ihnen mit Great Revolution durchaus gelungen.

Bereits der Opener und Titeltrack der EP zeigt dem Hörer deutlich in welche Richtung der Sound der Giants geht: roh, rotzig - Rock 'n' Roll pur! I'm not the man who can give you all überzeugt durch seine herrlichen Gitarrenarrangements, die das Herz eines jeden Brit-Rockers höher schlagen lässt. Die musikalischen Einflüsse gewisser Kollegen von der Insel sind hier deutlich zu erkennen. Mit Let it Happen schaffen The Giants ein herrliches Zusammenspiel aus schönen Melodien und wunderbaren Gitarrensounds. Und genauso krachig wie es angefangen hat, endet es auch mit dem rockigen They all don't know.

Aufgenommen haben The Giants ihre EP im April vergangenen Jahres in den Sots-Studios in Mendig gemeinsam mit Marc Spitzlei. Gemastert hat das Ganze Jürgen Lusky von House of Audio.

The Giants treten ein großes Erbe an, aber sie sind auf dem besten Wege es gut zu machen.


Review: Jenny Schnabel

Erscheinungsdatum: 17. Oktober 2005

Website: www.giantsmusic.de
Myspace: www.myspace.com/giantsband

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BLACKRUST – So Much Weakness, And I Lost My Sense




Mit ihrem Album So much weakness, and I lost my sense liefern Black Rust ein Debüt, das nicht ohne Grund von vielen Seiten in der Musikpresse hoch gelobt wurde.
Julian Jacobi (Kontrabass), Julian Osthues (Gitarre, Gesang, Blues Harp, Mandoline), Jonas Künne (Gesang, Gitarre ), Christoph Seiler ( Piano ), Eric Sobolewski (Schlagzeug) und Norbert Künne ( Perkussion) begeben sich mit diesem Album auf die Pfade ihrer Vorbilder der Singer-/Songwriter-Szene der 60er und 70er Jahre, und der Hörer gewinnt das Gefühl, in diese Zeit zurückversetzt zu werden.

Black Rust erzählen in ihren eingängigen, sensiblen und charismatischen Songs von Situationen und Dingen, die wir alle kennen, die uns beschäftigen und die wir oft so schwer in Worte fassen können. In ihren Songs zeigen Black Rust jedoch, dass sie die Fähigkeit haben, Gefühle nicht nur in Worte zu fassen, sondern sie auch musikalisch umzusetzen und widerzuspiegeln. Die Songs auf So much weakness, and I lost my sense reflektieren die Melancholie, die jeden von uns in einsamen Momenten oft befällt und tragen den Hörer hinein in diese Momente der Schwäche, Traurigkeit und leichter Wut. Getragen werden diese Gedanken und Gefühle durch einen instrumentellen Teppich, der durch seine Melancholie, Ausdrucksstärke und Vielfältigkeit besticht. Musikalisch variieren zwischen Black Rust Pianoballaden wie Notice from a Mind und Country-Balladen beeinflussten Akkustik-Stücken wie Song from the Edge of Bed oder Picture of Me.
Man kommt nicht umhin, zuzuhören, denn diese junge Band hat die Fähigkeit, jeden zu fesseln, mit Songs, die ohne großen technischen Schnick-Schnack, ohne Effekte, einfach nur da sind und zum aufmerksamen Hinhören animieren. Black Rust beweisen hier ihre ungekünstelten Songwriter-Qualitäten, die man vielleicht mit dem, was allgemein immer authentisch genannt wird, beschreiben kann.
Die Lyrics sind ehrlich und emotional, ohne pathetisch zu sein; teilweise schon so wahr, dass es weh tut. Die charismatische ruhige Stimme von Jonas trägt zu diesem Gefühl bei und verleiht der Musik der Band ihren hohen Wiedererkennungswert.

Hinter ihren Vorbildern braucht sich diese junge Band, mit dem Mut zur Aufrichtigkeit und schonungsloser Emotionalität nicht zu verstecken, denn Black Rust verleihen ihren Kompositionen eine einzigartige Note.
"All what's left is heartache, but I admit loving it" - Das ist wohl genau das, das Black Rust und ihre Musik so einzigartig macht und worauf wir nicht mehr verzichten möchten.


Review: Jeannine Hoof

Erscheinungsdatum: 01. März 2004

Website: www.black-rust.de

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